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Lokales Große Erleichterung im Stadtrat nach dem Stadionverkauf
Leipzig Lokales Große Erleichterung im Stadtrat nach dem Stadionverkauf
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08:55 23.12.2016
Der Stadtrat muss dem Stadionverkauf noch zustimmen. Quelle: Andreas Doering
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Leipzig

Am Stadtrat wird der Eigentümerwechsel bei Leipzigs größtem Fußballstadion nicht scheitern. Quer durch die Parteien herrschte am Donnerstag große Freude über die jetzt gefun­dene Lösung, laut der „ein Joint-Venture aus der Red Bull GmbH und RB Leipzig“ – so RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff bei der Pressekonferenz – die Stadionbesitzgesellschaft von Familie Kölmel erwirbt. „Ein Neubau am Flughafen oder der Messe wäre für Leipzig ein Desaster geworden“, meinte zum Beispiel Grünen-Stadtrat Michael Schmidt. „Dann hätten wir am Sportforum eine Investruine bekommen.“ Sein CDU-Kollege Jens Lehmann zeigte sich regelrecht euphorisch: „Das Herz des Leipziger Sports bleibt nicht nur erhalten, es wird sogar noch gestärkt.“ René Hobusch von der FDP begrüßte ebenfalls die Einigung, die Händlern, Hoteliers und Gastronomen im historischen Zentrum Vorteile bringe.

Dass der Stadtrat dem Stadionverkauf nicht zustimmt, konnte sich gestern niemand vorstellen. In den Verträgen, die die Kommune im Jahr 2001 mit Michael Kölmel geschlossen hatte, wurde dem Rat ein Veto-Recht für mögliche Veräußerungen der damals noch im Bau befindlichen Arena eingeräumt. Zudem gab es eine Heimfall-Klausel, laut der die Stadt im Jahr 2031 das Stadion für eine D-Mark zurückkaufen kann. „Drei Jahrzehnte – das entspricht genau der Abschreibungszeit für ein Fußballstadion“, erklärte dazu Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Danach würden die Kosten für eine Sanierung etwa gleichhoch wie für einen Neubau liegen. RB-Chef Mintzlaff hatte vor der Presse gesagt: „Wir gehen davon aus, dass wir das Stadion nicht in 15 Jahren zurückgeben werden, sondern langfristige Lösungen finden.“ Auch dieser Punkt müsse nun in einer Vorlage geklärt werden, die entweder das Finanz- oder das Sportdezernat für einen Beschluss im Stadtrat erstellen wird, so Rosenthal.

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Christopher Zenker ist es „nur selbstverständlich, dass über die Heimfall-Klausel neu verhandelt wird, wenn RB im großen Stil ins Stadion investiert“. Ziel der Kommune könnte sein, das Objekt „ganz in private Hände zu legen“ und so aus den Unterhalts- und Investitionsverpflichtungen entlassen zu werden. „Obwohl ich früher als Juso dagegen war, ein Stadion nur für eine Fußball-WM zu bauen, freue ich mich heute sehr über die ganze Entwicklung. Die Arena bekommt dauerhaft Sinn, wirkt wie eine riesige Wirtschafts­ansiedlung für Leipzig“, sagte Zenker.

jr

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