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Lokales Großer Ansturm auf Volkshochschule Leipzig
Leipzig Lokales Großer Ansturm auf Volkshochschule Leipzig
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13:33 11.03.2018
Heike Richter freut sich über den Ansturm auf die neuen Volkshochschulkurse in Leipzig. Quelle: Andr#e Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Volkshochschule (VHS) erlebt gerade einen Ansturm auf ihre Kurse. „Ich bin nahezu fassungslos, wie viele Menschen sich angemeldet haben. So viele wie noch nie zuvor“, sagt Heike Richter (52), die Leiterin der VHS. Das Frühjahrssemester 2018 beginnt am 26. Februar. Mit mehr als 12 500 Buchungen für die 1650 Kurse und Veranstaltungen sind das gut 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei kristallisiert sich kein besonderer Schwerpunkt heraus. Die Anmeldungen erstrecken sich über alle Bereiche. „Die Grenzen zwischen beruflicher und persönlicher Weiterbildung verschwinden immer mehr. Das ist offenbar eine Grundhaltung der Leipziger zu ihrer Bildung“, betont Richter. Was auffällt: Mit 87 Prozent gibt es einen hohen Anteil von Kursteilnehmern im beschäftigungsfähigen Alter (16 bis 64 Jahre). Der sächsische Durchschnitt liegt bei 78,3 Prozent, der bundesweite bei 78,6 Prozent.

Jedes Jahr gibt es mit etwa 40 000 Menschen fast ebenso viele Erwachsene, die sich an der Volkshochschule weiterbilden, wie Grundschüler, Oberschüler und Gymnasiasten in allen Leipziger Schulen zusammen. Dabei ist die VHS auch für junge Menschen interessant: „Es gibt Kurse, die eigentlich gar nicht für Jugendliche ausgeschrieben sind, aber vorrangig von ihnen gebucht werden. Das ist ein neues Phänomen“, sagt Richter und verweist auf Angebote wie einen Filmworkshop Drehbuch.

Mittlerweile stößt die Bildungsstätte trotz ihrer 100 Standorte in der ganzen Stadt immer mehr an Grenzen: „Unser großes Problem ist der eklatante Raummangel. Wir platzen aus allen Nähten, können den Bedarf schlicht nicht decken“, sagt Richter. So hätten private Vermieter Räume gekündigt, weil sie sich höhere Mieteinnahmen erhoffen. Auch in Schulen sei es immer schwieriger, Räume zu bekommen – die stehen vor dem gleichen Problem. Kurz vor Semesterstart sind daher bereits 1000 Interessenten auf der Warteliste vorgemerkt. Ein Problem sind auch die Finanzen. So beschäftigt die VHS jedes Semester zwischen 550 und 780 neben- oder freiberufliche Lehrkräfte, die über zu niedrige Honorare klagen. „Die Summe der Unterrichtsstunden, die geleistet werden müssen, um vom Honorar leben zu können, ist beachtlich“, konstatiert Leipzigs VHS-Chefin Richter. Daher sei es notwendig, die Erwachsenenbildung bundesweit auf solidere Füße zu stellen. „Der Freistaat Sachsen hat da einen enormen Nachholbedarf, denn die Weiterbildung ist hier unterfinanziert.“

Von solchen Zuwächsen wie in Leipzig kann Eyk Sensel, Leiter der VHS Mittelsachsen, nur träumen. Für ihn ist es bereits ein Erfolg, wenn die Zahl der Kursteilnehmer stabil bleibt. Leipzig profitiere ebenso wie Dresden vom Einwohnerzuwachs, in den ländlichen Regionen nimmt die Bevölkerungszahl hingegen weiter ab. „Hinzu kommt der Altersdurchschnitt, der im Döbelner Raum mit 48 Jahren sehr hoch ist“, ergänzt Sensel.

Die VHS Nordsachsen freut sich wiederum über reges Interesse. „Bei uns läuft es derzeit konstant auf sehr hohem Niveau“, erklärt der für Eilenburg zuständige pädagogische Mitarbeiter Thomas Liegau. Seit fünf Jahren habe sich die Zahl der gehaltenen Stunden von 2500 auf 6000 mehr als verdoppelt.

Von Mathias Orbeck

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