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Lokales Großer Bahnhof für Leipziger Feuerwehr-Kameraden – Festakt mit rund 200 Gästen
Leipzig Lokales Großer Bahnhof für Leipziger Feuerwehr-Kameraden – Festakt mit rund 200 Gästen
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23:59 01.03.2015
Am Sonntag ist an die Gründung der Leipziger Feuerwehr erinnert worden. (Symbolbild) Quelle: Patrick Seeger

Volker Rodekamp, der Chef des Stadtgeschichtlichen Museums, hob in seiner Festrede im Alten Rathaus hervor, dass Leipzig das Schicksal vieler anderer Städte erspart blieb, die im Mittelalter im Durchschnitt alle 100 Jahre komplett abbrannten, weil sie sich mit den damaligen Mitteln nicht vor Feuerkatastrophen schützen konnten.

Möglich wurde dies, weil Leipzig schon im Mittelalter die besonders feuer-intensiven Gewerbe aus seinen Stadtmauern verbannte: Die Töpfer und Schmiede mussten in die Grimmaische Vorstadt umsiedeln, die sich auf dem heutigen Augustusplatz befand, und die Gerber wurden nördlich der Stadtmauer angesiedelt. "Erst für 1606 gibt es die erste urkundliche Erwähnung einer Feuersbrunst", so Rodekamp. Damals brach bei einem Töpfer ein Feuer aus; es brannten aber nur zwei Häuser ab.

Doch auch darauf habe der Rat sofort reagiert: Die Stadt wurde in drei Brandabschnitte aufgeteilt, in denen fest eingeteilte Zünfte und Innungen im Brandfall aktiv werden mussten. "Wenn ein Feuer ausbrach, läuteten die Glocken der Thomas- und der Nikolaikirche so lange, bis das Feuer nicht mehr zu sehen war", berichtete der Historiker "Auch der Nachtwächter stieß ins Horn und die Trompeter der Kommunalgarde legten los. Alle Bürger die laufen konnten waren verpflichtet, mit Eimern, Äxten und Handschaufeln beim Löschen zu helfen."

Als 1681 ein Feuer in einem mit Holzschindeln gedeckten Dach ausbrach, legte der Rat fest, dass in der Stadt nur noch Ziegeldächer errichtet werden durften. "Bis Ende des 17. Jahrhunderts waren alle Häuser mit Ziegeln gedeckt." Anschließend wurde eine Stadtbeleuchtung nach Amsterdamer Vorbild eingeführt, unter anderem um die Brandgefahren durch Tranfunzeln zu bannen, mit denen damals Nachtschwärmer unterwegs waren. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1826 wurden sogar spezielle Brandschutztruppen gebildet: zunächst eine freiwillige Turner-Feuerwehr, dann eine Freiwillige Lösch- und Rettungskompanie, die gemeinsam ein Domizil am Brühl nutzten, direkt an der Ecke zur heutigen Goethestraße. Ihnen folgte am 1. März 1865 die Gründung der ersten Berufsfeuerwehr. "Berlin und Potsdam hatten schon kurz zuvor Berufsfeuerwehren gegründet, doch die Sachsen zogen gewaltig nach", so Rodekamp. Zahlreiche Innovationen wie Dampfspritzen und spezielle Feuerwehrwagen seien so in Leipzig entstanden und hätten das Wirtschaftswachstum angetrieben.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hob hervor, dass Leipzigs Feuerwehr-Kameraden 2014 über 7000 Einsätze hatten, davon 1060 mit Bränden. Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) sicherte die weitere Unterstützung der Stadt zu und Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, prophezeite, dass die Bedeutung der Wehren noch deutlich wachsen wird: Die Zahl der Umweltkatstrophen steige rapide, eine gute Gefahrenabwehr werde noch wichtiger für eine gute wirtschaftliche Entwicklung, sagte er.

Keine Rolle spielte die Kontroverse, dass zum Festakt am Sonntag kaum aktive Kameraden eingeladen waren. Bürgermeister Rosenthal sagte, es werde bei den Feiern zum Leipzig-Jubiläum am 2. Mai noch mal Gelegenheit geben, das Feuerwehrwesen hochleben zu lassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2015

Andreas Tappert

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