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Lokales Großvermieter rücken Legionellen zu Leibe - Filter-Duschköpfe sollen helfen
Leipzig Lokales Großvermieter rücken Legionellen zu Leibe - Filter-Duschköpfe sollen helfen
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01:00 10.10.2013
Legionellen-Bakterien Quelle: Stefan Merker

Nur einen Tag dauerte das Duschverbot in der Kolonnadenstraße 30 - nämlich bis gestern. Zum Wochenanfang hatte die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) zum ersten Mal in einem ihrer Häuser eine hohe Legionellen-Belastung ermittelt. 18 Wohnungen waren betroffen. Dabei liefen in den letzten Monaten - gemäß einer bundesweit gültigen Verordnung - bereits Tests in drei Viertel der 35 000 LWB-Wohnungen.

Die Mieter in der Kolonnadenstraße wurden umgehend informiert, so Unternehmenssprecherin Samira Sachse. "Wir haben unverzüglich mit der thermischen Desinfektion begonnen und die Warmwasseraufbereitung technisch überprüft." Nachdem gestern als weitere Sicherheitsmaßnahme spezielle Filter-Duschköpfe in die Bäder eingebaut und den Bewohnern deren Handhabung erläutert wurde, konnte die LWB das Duschverbot wieder aufheben. Kommende Woche finden ebenfalls sicherheitshalber noch mal Nachtests statt.

Auch Leipzigs zweitgrößter Vermieter, die Genossenschaft Kontakt mit 15 000 Wohnungen, nutzt nun Filter-Duschköpfe, um bei Legionellen-Gefahr schnell Abhilfe zu schaffen. Rund 30 Stück der allerdings recht teuren Armaturen wurden in ihren Häusern bisher eingesetzt. Zwei Drittel der Bestände sind schon überprüft. "Probleme gab es nie im Rücklauf, da wir an allen Warmwasseranlagen Legionellen-Schaltungen haben, die das Wasser einmal pro Tag auf über 90 Grad erhitzen", berichtet Vorstand Rainer Löhnert. Die Keime vermehrten sich jedoch in Leitungen einzelner Wohnungen, die einen sehr geringen Wasserverbrauch haben. "Dann bekommen immer gleich alle Wohnungen, die an diesem Strang anliegen, die Filter-Duschköpfe."

Wie berichtet, konnte der Gutburg-Mieterservice (4000 Wohnungen) erst gestern Entwarnung für knapp 150 Haushalte an der Grünauer Ringstraße geben. Allerdings dauerte das Duschverbot dort zuvor rund vier Wochen an. Für weitere 150 Wohnungen in der Nachbarschaft, wo ebenfalls bereits Maßnahmen gegen die gefährlichen Bakterien liefen, wird das Ergebnis der Nachtests in zwei Wochen erwartet.

Im Streit um einen aktuellen Krankheitsfall in Grünau hat der behandelnde Arzt Kritik am Leipziger Gesundheitsamt geübt. Dr. Peter Krause versicherte gestern gegenüber der LVZ, dass die Patientin aus der Selliner Straße an einer Legionellen-Infektion leide. Diese verlaufe bei ihr nur nicht so schwerwiegend wie in anderen Fällen. Das hänge stets vom Allgemeinzustand eines Patienten ab. Seine Praxis habe am 25. September auf dem dafür vorgeschriebenen Meldeformular das Gesundheitsamt informiert und auch den entsprechenden Laborbericht angefügt. "Das Labor teilte uns mit, dass es den Vorgang ebenfalls von sich aus ans Gesundheitsamt gemeldet hat."

Er verstehe nicht, weshalb das Gesundheitsamt in dem Fall nichts unternehme, so der Arzt. "Man kann ja diskutieren und es mag ja sein, dass das Gesundheitsamt die Erkrankung nicht als erwiesen einschätzt, doch schon bei der Meldung eines bloßen Verdachts müsste das Gesundheitsamt tätig werden. Ich habe das Gefühl, die mauern."

Stadtsprecher Matthias Hasberg erklärte lediglich: "Dem Gesundheitsamt liegt bis heute keine Meldung einer akuten Legionellenerkrankung vor - weder eine Arzt- noch eine Labormeldung."

In der Wohnung der Patientin hat der Vermieter nun für Freitag einen Legionellen-Test angekündigt. Sie sagte: "Wir haben die Befunde noch einem Dresdner Medizinprofessor vorgestellt. Er meinte, wenn die Antikörperzahl im Blut steigt, liegt die Infektion maximal drei bis vier Wochen zurück."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2013

Jens Rometsch

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