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Lokales Grüne fordern Honorarordnung für Musikschule – Leipzig will zunächst Gutachten erstellen
Leipzig Lokales Grüne fordern Honorarordnung für Musikschule – Leipzig will zunächst Gutachten erstellen
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09:01 15.04.2019
Musikschüler im Großen Konzert des Gewandhauses – nicht wenige werden von Honorarlehrern unterrichtet, die eine bessere Bezahlung fordern. Quelle: Foto: A. Kempner
Leipzig

Gut 8000 Kinder und Jugendliche besuchen die Standorte der MusikschuleJohann Sebastian Bach“. Um sie zu unterrichten, werden neben 87 festangestellten Pädagogen und Betreuern auch 190 Honorarkräfte eingesetzt. Für letztere will die Verwaltung bis Jahresende eine umfassende Honorarordnung vorlegen.

Damit wird ein Antrag der Grünen aufgegriffen. „Unser Antrag soll dazu führen, die Lage der Honorarlehrer zu verbessern sowie verlässlichere Bedingungen zu schaffen, um das Klima an unserer Musikschule positiv zu entwickeln und sie damit zu stärken“, sagte Grünen-Stadträtin Annette Körner. Zur Erinnerung: Honorarkräfte hatten während der Etatdebatte vorm Stadtrat protestiert, um angemessene Mindesthonorare zu fordern. In anderen Städte gebe es diese Honorarordnungen bereits. „Unsere Stadtverwaltung ist leider noch sehr zögerlich und will erst einmal bis Jahresende ein Gutachten erstellen.“ Die CDU will den Auftrag erweitern – so soll es auch eine überarbeitete Honorarordnung für die Volkshochschule geben. Wahrscheinlich debattiert der Stadtrat das Thema auf seiner Tagung diese Woche.

Vergütung leicht angehoben

Mit dem Doppeletat 2019/20 hat er die Vergütung für freiberufliche Musikpädagogen bereits ein wenig angehoben. Derzeit bekommen die freiberuflichen Lehrer 27 Euro im Durchschnitt pro Unterrichtsstunde, ab 2020 dann 30 Euro. Die Forderungen der Musikpädagogen, vertreten durch ihren Berufsverband für Musik, belaufen sich allerdings auf 45 Euro im Schnitt. Davon gehen für die Freiberufler die üblichen Sozialbeiträge und Kosten ab. Deshalb weisen freie Musikpädagogen auf prekäre Arbeitsverhältnisse hin, bei denen wenig zum Leben und für die künftige Rente übrig bleibt.

„Die Honorare sind nicht hoch genug – das ist gar keine Frage“, sagt Musikschuldirektor Matthias Wiedemann auf LVZ-Nachfrage, „Ich kämpfe aber vielmehr dafür, zusätzliche feste Stellen zu schaffen. Doch das geht nicht so schnell wie wir uns das wünschen.“ Zwei zusätzliche Stellen 2019 und zwei Stellen mehr 2020 sind durch den Stadtrat bereits bewilligt. In den vergangenen vier Jahren wurden an der Musikschule sieben zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen.

NIcht weisungsgebunden

Für den Träger, den Eigenbetrieb Musikschule, ist dieses Vorgehen eine rechtliche Frage. Anders als Festangestellte sind Honorarlehrkräfte nicht weisungsgebunden. Was heißt, der Musikschulleiter darf weder hospitieren noch ihre Arbeit begutachten, sie weder für Veranstaltungen, Probenwochenenden noch Orchesterreisen verpflichten. „Das ist ein unlösbarer Konflikt. Auf der anderen Seite muss ich Standards garantieren.“ Eins stellt Wiedemann aber klar: „Die Honorarlehrkräfte leisten hervorragende Unterrichtsarbeit, das steht außer Frage.“ Dennoch sei sein Einfluss, die Standards zu garantieren, äußerst begrenzt.

Verlangen Träger mehr als die vertraglich vereinbarten Unterrichtsstunden, begeben sie sich auf dünnes Eis. Sozialgerichte stellen ebenso wie die Deutsche Rentenversicherung den Einsatz von Honorarlehrkräften häufig in Frage. Für den Träger erhöht dies das Risiko, sie einstellen oder nachzahlen zu müssen – vor allem die Rentenversicherung.

Qualiät auch zukünftig sicherstellen

Wie das alles funktionieren könnte, soll das Gutachten nach arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten ermitteln. Auf dessen Grundlage will die Verwaltung bis Jahresende eine Honorarordnung erstellen. „Ein zentraler Aspekt ist für uns eine schrittweise Erhöhung von Festanstellungsverhältnissen im pädagogischen Bereich sowie die Erhöhung der Honorare für freie Lehrkräfte, um die geforderte Qualität der Arbeit öffentlicher Musikschulen auch in Zukunft gewährleisten zu können“, sagte Kulturbeigeordnete Skadi Jennicke (Linke) kürzlich zur Strategie.

Von Mathias Orbeck

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