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Lokales Grüne fordern Leipziger Willkommenszentrum für Flüchtlinge – 18-Jährige vergaß Antrag
Leipzig Lokales Grüne fordern Leipziger Willkommenszentrum für Flüchtlinge – 18-Jährige vergaß Antrag
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14:25 01.01.2015
Archivaufnahme vom Landesparteitag der sächsischen Grünen in Dresden. Quelle: dpa
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Leipzig

Anstoß für die Idee habe die nächtliche Abschiebung einer jungen Frau vor wenigen Tagen aus Leipzig-Plagwitz geliefert. Die 18-Jährige hatte ihren Asylantrag noch nicht gestellt.  

„Der Fall der 18-jährigen Tschetschenin ist kein Einzelfall. Winterabschiebung, Abschiebung in der Nacht, das willkürliche Trennen von Flüchtlingsfamilien ist gängige Praxis. Sie ist unmenschlich und einem Rechtsstaat nicht würdig", so Christin Melcher, Vorstandssprecherin der Grünen. „Wir müssen der Verantwortung gegenüber den Zufluchtsuchenden gerecht werden. Dazu gehört auch professionelle Beratung und Hilfe“, ergänzte Melchers Sprecher-Kollege Lorenz Bücklein.  

Nach den Vorstellungen der Grünen sollten in einem solchen Willkommenszentrum auch Sprachmittler zur Verfügung stehen, die bei Behördengängen helfen sowie eine psychologische Betreuung für die Flüchtlinge angeboten werden, die oftmals schreckliche Erlebnisse aus ihrer Heimat mit nach Deutschland bringen. Für diese Betreuung seien auch zusätzliche strukturelle und finanzielle Mittel aus der Stadtkasse notwendig. „Diese Aufgaben wurden offensichtlich nicht ausreichend umgesetzt. Die Stadt Leipzig investiert zwar Geld für die Betreuung, aber mehr in gewinnorientierte Anbieter, als in jene, die seit Jahren ehrenamtlich tätig sind“, so Melcher weiter.  

Der Fall der abgeschobenen jungen Tschetschenin zeige, dass es den Flüchtlingen auch an notwendigen Informationen mangele. Das 18-jährige Mädchen war in einer nächtlichen Polizeiaktion abgeschoben worden, weil sie nach ihrem Geburtstag noch keinen eigenen Asylantrag gestellt habe. Zuvor sei sie über den bestehenden Antrag ihrer Familie abgesichert gewesen, so die Grünen. „Hier offenbart sich ein massives Problem in der Informations- und Beratungsstruktur, das von den Behörden sofort zur unmenschlichen Durchführung der Abschiebung ausgenutzt wurde“, so die beiden Vorstandssprecher.

mpu

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