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Lokales Grüne fordern: Stadt Leipzig muss 1000 Bäume pro Jahr pflanzen
Leipzig Lokales Grüne fordern: Stadt Leipzig muss 1000 Bäume pro Jahr pflanzen
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01:00 30.10.2013
Die Grünen fordern Neuplanzungen. Quelle: Mario Jahn

Leipzig ist mit seinen Parks und Naherholungsgebieten durchaus eine grüne Stadt. Auch an Leipzigs Straßen wachsen Bäume. Doch Grenzwerte für Feinstaub werden an vielen Tagen im Jahr überschritten. Zusätzliche Pflanzungen könnten das Problem zumindest etwas mildern. Daher sollen eigentlich - so zumindest die strategische Vorgabe des Stadtrates - bis 2015 rund 5000 Straßenbäume in die Erde. Das jedenfalls gehört zu einem Deal mit der EU-Kommission, damit diese Grenzüberschreitungen toleriert. "Vom Ziel, 5000 Bäume bis 2015 zu pflanzen, sind wir weit entfernt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brüssel nicht wissen will, wie Leipzig die Vorgaben umgesetzt hat", sagt Grünen-Fraktionschef Norman Volger. Die Kritik wird im Rathaus durchaus als berechtigt angesehen. Denn seit Jahren steht nicht genügend Geld bereit, um die Aufgabe zu erfüllen. Deshalb fordern die Grünen, dass 2014 mindestens 1000 Bäume in die Erde kommen - festgelegt im Etat mit eigener Haushaltsstelle.

Sie halten aber auch eine umfangreiche Bestandsaufnahme aller Straßenbäume und Bäume in Grünanlagen für notwendig. Also eine Art Baumkataster. Aber gibt es das nicht bereits? "Damit arbeiten wir schon", sagt Inge Kunath, die Chefin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. 1992 wurde begonnen, es aufzubauen. In dieser Datenbank sind zu jedem einzelnen Straßenbaum präzise Angaben wie zum Beispiel Baumart, Alter sowie Informationen über Baumscheibe, Stamm und Ausbildung der Krone erfasst. Derzeit wird das Kataster um Bäume in den Grünanlagen ergänzt. "Es gibt auch ein Kataster für Patenbäume, die Bürger spenden. Dies hilft uns sehr, Lücken zu schließen und dort Angebote zu machen, wo wir uns weitere Bäume wünschen", betont Kunath.

Den Grünen geht dies aber nicht weit genug. Sie möchten, dass alle Infos rund um Leipzigs Bäume im Internet aktuell verfügbar sind. Hintergrund: Häufig müssen Bäume gefällt werden, etwa infolge von Baumaßnahmen oder weil sie krank sind. Schließlich müsse sich die Stadt auch kümmern, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. "Wir erleben es oft, dass Leute sich beschweren. Oft wird sogar eine Initiative gegründet, um einen Baum zu retten", konstatiert Volger. Erst September 2013 wurden in der Otto-Schmied-Straße etwa zehn Bäume ohne Vorwarnung erst verschnitten, später gefällt. Doch weder die beauftragte Fachfirma noch die Vertreter des Amtes hätten ausreichend Auskunft geben können.

"Die Aktion ist exemplarisch für andere und nur ein Beispiel unter vielen", so Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. Die Menschen hätten jedoch ein Recht darauf, schon im Vorfeld zu erfahren, wenn in ihrer Nachbarschaft Bäume weichen müssen. Deshalb sollen solche Infos künftig über die Internetseite der Stadt zugänglich sein. "Daran arbeiten wir schon", so Kunath.

Die Grünen wollen aber einen Schritt weiter gehen. So soll bis spätestens Sommer 2014 ein mittelfristiges Konzept zur Erneuerung und Ergänzung der Straßen- und Parkbäume her. In dem Kataster, das öffentlich zugänglich sein soll, müsse der Zustand aller Bäume registriert und bewertet werden. Bäume, die entfernt werden müssen, sollen gekennzeichnet sein. Zugleich soll verbindlich festgelegt sein, wann Neu- und Ersatzpflanzungen erfolgen können. Kommt es zu Fällungen, müssten die anliegenden Haushalte mindestens zwei Wochen vorher informiert werden. "Das Konzept kann helfen, dem Thema Bäume in unserer Stadt mehr Gewicht zu geben", gibt Kunath zu. Die Initiative muss nun in den Stadtratsgremien diskutiert werden. Mathias Orbeck

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.10.2013

Mathias Orbeck

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