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Lokales Grüne gegen Lebensmittelmarkt am Ballhaus Felsenkeller
Leipzig Lokales Grüne gegen Lebensmittelmarkt am Ballhaus Felsenkeller
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22:25 28.07.2016
Für die Wiederbelebung des historischen Ballhauses Felsenkeller an der Ecke Karl-Heine-/Zschochersche Straße sieht ein Gesamtkonzept Investitionen von 5,2 Millionen Euro vor.  Quelle: André Kempner
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Leipzig.

Die Stadtratsfraktion der Grünen sieht den geplanten Bau einer Kaufhalle (800 Quadratmeter) neben dem Felsenkeller kritisch. „Wir sind nach Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass die Ansiedlung eines Supermarktes, wie von der Verwaltung zu unserer Anfrage ,Baumfällungen am Felsenkeller’ mitgeteilt wurde, nicht mit der Einzigartigkeit der unmittelbaren Umgebung in Einklang gebracht werden kann“, sagte Tim Elschner, Sprecher für Stadtentwicklung und Bau der Fraktion. „Die Ansiedlung von Einzelhandel führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gesamtensembles in diesem Gebiet. Das kann nicht ernsthaft der Plan sein!“

Das vorgesehene Baufeld an der Zschocherschen Straße sei umgeben von der „identitätsstiftenden Veranstaltungsstätte Felsenkeller“, der Georg-Maurer-Bibliothek als ein weiteres Wahrzeichen von Plagwitz, dem Gemeinschaftsgarten Annalinde, einer Kita sowie dem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gewölbekeller „Alter Felsenkeller“. Letzterer solle durch privates Engagement möglichst bald saniert und dauerhaft als gastronomische und kulturelle Einrichtung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Lebensmittelmarkt passe an diese Stelle nicht hin und würde auch dem Stadtentwicklungsplan (Step) „Zentren“ zuwiderlaufen, so Elschner. Im Zentrenpass Plagwitz sei für das Gelände kein zusätzlicher Einzelhandel vorgesehen, sondern die Stärkung vorhandener Standorte wie am Lindenauer Markt oder in den Elster-Passagen.

Als „konstruiert und hingebogen“ rügte sein Fraktionskollege Michael Schmidt zudem die Begründung der Stadt, weshalb auf dem Areal neun Bäume gefällt wurden. Es sei „erstaunlich“, dass die Kastanien im Bereich des wiederbelebten Biergartens stehenbleiben konnten, während gleichalte Bäume nahe des Baufeldes aus Sicherheitsgründen weg mussten.

Die Grünen haben nun im Rat beantragt, für den Bereich eine Veränderungssperre zu erlassen, um einen Bebauungsplan zu erstellen. Auch müsse der Investor nicht nur fünf, sondern alle neun Bäume nachpflanzen. Wie die LVZ bereits im Mai berichtete, gehört der Lebensmittelmarkt zu einem Gesamtkonzept, durch das die denkmalgerechte Sanierung des historischen Ballhauses Felsenkeller wirtschaftlich tragfähig werden soll. Der Start der Arbeiten war für diesen Sommer vorgesehen. Projektentwickler Ingo Seidemann erklärte auf Nachfrage, die Investoren würden gern mit allen interessierten Stadträten sprechen, „um das Konzept zu erläutern und Irritationen auszuräumen“.

Von Jens Rometsch

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