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Lokales Grüne wollen den Verkauf des Leipziger Stadtbads stoppen
Leipzig Lokales Grüne wollen den Verkauf des Leipziger Stadtbads stoppen
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06:02 04.06.2018
Das Leipziger Stadtbad in der Eutritzscher Straße wird jetzt für Veranstaltungen genutzt. Der Badebetrieb wurde 2004 eingestellt. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Es war das erste Wellenbad Europas. Geschwommen wird im Stadtbad an der Eutritzscher Straße 21 aber schon seit Juli 2004 nicht mehr. Eine Förderstiftung hält das historische Denkmaljuwel seit 2006 mit diversen Veranstaltungen am Leben. Parallel versucht die Stadtverwaltung das Gebäude, legitimiert durch einen Stadtratsbeschluss, an einen Investor zu verkaufen. Das erwies sich als schwierig – die wenigen Interessenten sprangen ob der enormen Kosten – etwa 25 Millionen Euro – meist wieder ab. Das Liegenschaftsamt konnte bislang keinen Interessenten präsentieren.

Die Grünen wollen nun das Ausschreibungsverfahren beenden – ohne vorherige Zuschlagserteilung. Was heißt: Das Stadtbad soll dauerhaft im Eigentum der Stadt bleiben. „In unmittelbarer Nähe zum Stadtbad entsteht auf dem Areal des Freiladebahnhofes ein neuer Stadtteil“, begründet Tim Elschner, der bei den Grünen für die Stadtentwicklung zuständig ist. Hinzu kommt: ein neues Stadtquartier auf der Westseite des Hauptbahnhofes. Geplant sind etwa 2500 neue Wohnungen. Im neuen Stadtteil auf dem ehemaligen Freiladebahnhof entstehen eine Grundschule, eine Oberschule, Sporthallen und Kitas. Eine Schwimmhalle ist aber nicht geplant. „Ein Verkauf des Stadtbades zur gewerblichen Nutzung ist nicht mehr zu rechtfertigen und nicht mehr zeitgemäß. Es muss wieder öffentlich für den Badebetrieb genutzt werden, zumal wir insgesamt zu wenig Schwimm-Möglichkeiten in der Stadt haben“, fordert Elschner. Deshalb müssten sowohl die kleine als auch die große Schwimmhalle für den Freizeitsport erhalten werden. Bislang sieht die Ausschreibung nur den Erhalt einer Halle vor – der Rest des Gebäudes wird für die gewerbliche Nutzung angeboten. Die Grünen könnten sich dagegen vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt eine „gemeinwohlorientierte Nutzungsmischung“ vorstellen.

Darüber hinaus müsste geprüft werden, ob ein Erweiterungsbau für das Schul- sowie Sportschwimmen auf das Areal passt. „In den historischen Becken lassen sich viele Wünsche fürs Sportschwimmen nicht erfüllen – deshalb der Erweiterungsbau“, so Elschner. Solche Beispiele gibt es auch in Gotha und Plauen. Die in Leipzig für die Erweiterung notwendige Fläche an der Ecke Roscherstraße gehört allerdings dem Freistaat Sachsen. Darüber könnte die Stadt jedoch verhandeln, zumal sie dem Freistaat recht günstig exklusive Flächen auf dem Leuschnerplatz fürs Leibniz-Institut verkauft hat (die LVZ berichtete). Die Grünen wissen zwar, dass eine Sanierung des Stadtbades kurzfristig nicht in den Haushalt einzuordnen ist. Bei Investitionen haben Schulen und Kitas derzeit oberste Priorität. „Wir können uns aber Zeit nehmen – der neue Stadtteil steht auch nicht gleich morgen“, sagt Elschner. Wichtig sei, den Verkauf zu stoppen. Teile des dreiflügeligen Gebäudes, in dem die Stadt beispielsweise das Dach saniert hat, werden von der Förderstiftung Stadtbad betrieben. „Die Stiftung ist ebenso wie die Leipziger Sportbäder in die weiteren Planungen einzubeziehen.“ Der Stadtrat muss nun die Grünen-Initiative diskutieren.

Von Mathias Orbeck

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