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Lokales Grüner Strom und Fenster zu: Leipzig will CO2-Ausstoß halbieren
Leipzig Lokales Grüner Strom und Fenster zu: Leipzig will CO2-Ausstoß halbieren
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18:40 19.04.2011
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Leipzig

Kleine Schritte in einem Konzept mit großen Zielen. Die Stadtverwaltung stellte am Dienstag die aktualisierte Energieleitlinie für kommunale Gebäude vor. Der CO2-Ausstoß soll danach bis 2020 halbiert werden, der Energieverbrauch um 45 Prozent sinken.

Die Vergleichswerte stammen aus dem Jahr 2005. Damals wurden in städtischen Gebäuden rund 216 Gigawattstunden verbraucht. Das entspricht ungefähr der jährlichen Leistung eines Biomasse-Kraftwerkes. Schon jetzt habe man diesen Wert um rund ein Viertel gesenkt. Der CO2-Ausstoß wurde bis heute um fast ein Drittel reduziert, 2005 betrug er noch etwa 50.000 Tonnen. Bei ihren Bemühungen um Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit setzt die Stadt wesentlich auf Fernwärme und zunehmend auf erneuerbare Energien.

Leipzig. 20 Grad müssen als Wohlfühltemperatur in städtischen Schulen reichen, und im sanierten Ostwald-Gymnasium wird künftig kein Fenster mehr geöffnet - der Bau gilt jetzt als Passivhaus. Kleine Schritte in einem Konzept mit großen Zielen. Die Stadtverwaltung stellte am Dienstag die aktualisierte Energieleitlinie für kommunale Gebäude vor. Der CO2-Ausstoß soll danach bis 2020 halbiert werden.

So heizt Leipzig wo möglich seine rund 2000 öffentlichen Gebäude mit Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung, wie sie die Stadtwerke Leipzig liefern. Hier spiele der günstige "Primärenergiefaktor" eine Rolle, erklärte Raimund Krell, Leiter des Hochbauamtes. Ganz praktisch schlägt sich das so nieder: Die mit Fernwärme versorgten Gebäude der Stadt verbrauchten zwar deutlich mehr als die Hälfte der Heizenergie, verursachten aber damit nur knapp 40 Prozent der anrechenbaren CO2-Emissionen, schlüsselt die Leitlinie auf.

Erneuerbare Energien seien schon jetzt eine feste Größe, zum Beispiel bei der Stromversorgung, so Krell weiter. 30 Prozent bekommt Leipzig aus österreichischer Wasserkraft. Dazu kämen weitere 20 Prozent, die die Stadtwerke bei der restlichen Versorgung mitlieferten. Vor allem bei Neubauten kann Solarenergie genutzt werden. "Die Franz-Mehring-Schule hat zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach", sagt Hochbauamtsleiter Krell. Außerdem bekennt sich Leipzig bei Neubauten zum Passivhaus: Durch Dämmung und ein spezielles Lüftungssystem ist dabei weder eine klassische Heizung noch Kühlung per "Fenster auf" nötig.

Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über die neue Energie-Leitlinie. "Trotz ständig steigender Einkaufspreise für Energie konnten wir die Kosten für die Stadt Leipzig über Jahre relativ stabil halten", zieht Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) eine erste Bilanz. In Sachen Klimaschutz hat Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) ganz Leipzig im Blick: "Wenn wir uns auf dem jetzigen Level weiterbewegen wollen, müssen wir alle fünf Jahr die CO2-Emissionen um 10 Prozent senken", sagte er. Leipzig bewirbt sich mit seinem Klimaschutzprogramm um den European Energy Award, der die Klimaschutzaktivitäten von Kommunen erfasst und bewertet.

Evelyn ter Vehn

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