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Lokales Grundsteinlegung für neues Leipziger Stadtarchiv im Sowjetischen Pavillon
Leipzig Lokales Grundsteinlegung für neues Leipziger Stadtarchiv im Sowjetischen Pavillon
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17:36 28.11.2016
Bietet viel Platz für unter anderem mehr als 360.000 historische Fotos: der ehemalige Sowjetische Pavillon.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Im ehemaligen Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe in Leipzig ist am Montag der Grundstein für das neue Stadtarchiv gelegt worden. Bis 2019 soll der monumentale Bau im Zentrum-Südost schrittweise für etwa 20 Millionen Euro zu einer modernen Sammlungsherberge umgestaltet werden. Aktuell befindet sich das Stadtarchiv noch in der Torgauer Straße, platzt dort aber bereits aus allen Nähten. Um weiter wachsen zu können, ist ein Umzug in ein größeres Domizil dringend erforderlich.

„Wir haben lange und gründlich nach einer neuen Unterbringung gesucht. Die Lösung musste zukunftsfähig sein“, erklärte Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD) am Montag bei der Grundsteinlegung. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) freute sich, dass mit dem Umzug auch ein historisch bedeutendes Gebäude der Messestadt ein Comeback feiert. „Mit dem Einzug des Stadtarchivs rückt das markante Baudenkmal wieder stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit – Besucher und Nutzer erleben gleichsam nebenbei auch ein Stück Leipziger Baugeschichte“, so Dubrau.

Boxkämpfe und stalinistische Mosaike

Der frühere Sowjetische Pavillon mit seiner markanten Spitze samt rotem Stern war 1924 als Messehalle 12 eröffnet worden und diente erst nicht nur als Ausstellungshalle für Werkzeugmaschinen, sondern auch für Veranstaltungen. Unter anderem fanden im damals noch „Achilleion“ genannten Bau Sechstagerennen und Boxkämpfe statt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erhielt der Pavillon eine neue Verkleidung, seine goldene Spitze und einen zusätzlichen Raum im Inneren.

Letzterer musste für den Umbau entfernt werden. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, wurden dabei auch sowjetische Mosaiken aus der Stalin-Ära entdeckt, die von Experten gesichert wurden. Anstelle des alten Interieurs sollen bis 2018 unter anderem neue Magazine, zwei Büroetagen, ein separater Anlieferungsbereich, neue Ausstellungs- und Vortragsflächen sowie eine neue Werkstatt entstehen. Danach kann das Archiv umziehen und soll bis 2019 wiedereröffnet werden.

Aktuell beinhaltet das Leipziger Stadtarchiv 12.000 Regalmeter Geschäftsbücher, Akten und elektronische Datenträger, 4000 Urkunden, rund 360.000 historische Fotos ab 1867 sowie 90.000 Karten und Pläne aus der Messestadt. Die ältesten Materialen aus der Sammlung stammen aus dem 11. Jahrhundert, heißt es.

Von mpu

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