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Gute Noten für öffentlichen Nahverkehr in Leipzig – Messestadt punktet mit Ticketpreisen

Gute Noten für öffentlichen Nahverkehr in Leipzig – Messestadt punktet mit Ticketpreisen

In einem Vergleich des öffentliche Nahverkehrs in zehn großen Städten gehört Leipzig zur Spitzengruppe in Deutschland. Wie der Automobilclub „Mobil in Deutschland“ am Freitag in München mitteilte, landete die Messestadt gemeinsam mit Hannover auf dem dritten Rang des Verkehrsatlas 2011. Besonders gut schnitten Leipzig und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) im Vergleich der Fahrkartenpreise ab.

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In einem Vergleich des öffentliche Nahverkehrs in zehn großen Städten gehört Leipzig zur Spitzengruppe in Deutschland.

Quelle: André Kempner

München/Leipzig. Mit 2,10 Euro für ein Einzelticket und 5 Euro für eine Tageskarte können Passagiere Busse und Bahnen hier so günstig nutzen wie kaum in einer anderen Großstadt. Am teuersten wird es in Köln, wo eine Einzelkarte 2,50 Euro und ein Tagesticket 7,30 Euro kosten.

In dem Vergleich kann Leipzig auch mit der Verbindung zum Flughafen punkten. Zwölf Minuten dauert eine Fahrt vom Hauptbahnhof aus. An die Fünf-Minuten-Strecke in Düsseldorf kommt die Messestadt aber nicht heran. Positiv bewertet „Mobil in Deutschland“ auch den Deckungsbetrag in Leipzig: Die Ticketpreise gelten hier 73 Prozent der Kosten ab. In Berlin liegt diese Quote mit 42 Prozent am niedrigsten. Dort müssen die Verkehrsträger wie Bahn, Länder, Bund oder Kommune im Vergleich deutlich höhere Zuschüsse zahlen.

Nur mittelmäßig schnitt Leipzig bei den Nacht-Verbindungen und dem Wachstum ab. Nach insgesamt 123 Millionen Fahrgästen im Jahr 2005 nahmen 2010 rund 136,5 Millionen Passagiere die Dienste des MDV in Anspruch – ein Plus von knapp elf Prozent in fünf Jahren. In dieser Vergleichskategorie schafft Hamburg etwa 5,5 Prozentpunkte mehr. Zwar können sich die Leipziger darauf verlassen, nachts im öffentlichen Nahverkehr nach hause zu kommen. Die zehn Buslinien reichen jedoch nicht an das Nacht-Angebot in den anderen Städten heran.

Schlechte Noten erhält die Messestadt vom Automobilclub wegen der geringen Anzahl an „Park and Ride“-Stellplätzen. Auch bei der durchschnittlichen Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel pro Einwohner und Jahr (137) gehört Leipzig zu den Schlusslichtern.

Klarer Gesamtsieger des Vergleichs wurde Hamburg. Bestnoten erhielt die Hansestadt für geringe Kinder-Ticketpreise, deutlich steigende Fahrgastzahlen und durchgehende Verbindungen in der Nacht. Für ein Einzelticket müssen Kinder in Hamburg nach Angaben des Vereins bis zu 0,50 Euro weniger bezahlen als in anderen Städten. Nachts fahren am Wochenende in Hamburg ähnlich wie in Berlin alle U- und S-Bahnen sowie wichtige Buslinien durchgängig.

Auf dem zweiten Platz der Untersuchung landete München – trotz Kritik an der 40-minütigen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Flughafen. In keiner der anderen untersuchten Städte braucht man für diese Strecke so lange wie in München. „Eine Anbindung zum Flughafen in 40 Minuten ist indiskutabel“, sagte der Vereinsvorsitzende Michael Haberland. Bestnoten erhielt die bayerische Landeshauptstadt hingegen für die Abdeckung mit „Park and Ride“-Plätzen. Demnach gibt es innerhalb des Münchner Verkehrsverbundes gut zehn solcher Plätze pro 1000 Einwohnern. Nur Bremen steht in dieser Wertung noch besser da.

Frankfurt schnitt unter anderem wegen stagnierender Fahrgastzahlen und einer geringen Abdeckung von „Park and Ride“-Plätzen am schlechtesten ab. Düsseldorf belegte den fünften Platz vor Bremen (6.), Berlin, Köln und Stuttgart (jeweils 7.).

Für den Vergleich hatte der Verein, der Pannenhilfe im In- und Ausland anbietet, aus elf verschiedenen Bereichen eine Gesamtnote gebildet. Der Großteil der Daten stammt von den einzelnen Verkehrsverbünden. „Mobil in Deutschland“, ursprünglich ein Münchner Verein, tritt seit 2009 bundesweit auf und hat knapp 2000 Mitglieder.

maf/dpa

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