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Gutes Ende für das Leipziger Capa-Haus: Sanierung beginnt im März

Gutes Ende für das Leipziger Capa-Haus: Sanierung beginnt im März

Die Geschichte vom Capa-Haus nimmt nun doch ein gutes Ende. Nächsten Monat beginnt die Sanierung des ganzen Gebäudeensembles am Eingangstor von Lindenau. Im Mai feiert ein Film Premiere, der davon erzählen wird, wie dort im Zweiten Weltkrieg weltberühmte Fotos entstanden.

Leipzig. In den letzten zwei Monaten wurde der historische Stuck gesichert. Auch das Holzschutzgutachten liegt nun vor und auf dem ganzen Grundstück an der Jahnallee 61 laufen Aufräumarbeiten. "Wir müssen nur noch die Verträge mit den Baufirmen abschließen", erzählt Horst Langner, Chef der Firma L+S aus dem bayerischen Mühldorf. Dann beginne die Sanierung: "Im ersten Quartal."

Für zwölf Millionen Euro wird nun das Wunder einer Rettung vollbracht, an die viele Fachleute vor drei Jahren nicht mehr glaubten. Damals hatte die Stadt gerade Abrissgenehmigungen nicht nur fürs Capa-Haus, sondern auch für die Nachbarbauten in der Luppenstraße 28 und 26 erteilt. Trotz Denkmalschutz. Denn dem seinerzeitigen Eigentümer - einer bankrotten Schweizer Firma - konnte der Erhalt der einstigen Prachtbauten (geschaffen um 1910 durch Otto Gerstenberger, dem Architekten der Musikalischen Komödie in Lindenau) wirtschaftlich nicht mehr zugemutet werden. Wegen Nässeschäden waren die Decken zum Teil schon über fünf Geschosse durchgebrochen. Spätestens nach einem Brand zu Silvester 2011 schien das Aus besiegelt.

Leipzig. Nach jahrelangem Tauziehen um die Rettung des geschichtsträchtigen Capa-Hauses in Leipzig beginnt an diesem Dienstag die Sanierung. Wie Investor Horst Langner mitteilte, entstehen in dem Gebäude-Komplex 42 Wohn- und 3 Gewerbeeinheiten. Fassade, Türen, Fenster, Stuckdecken und das Treppenhaus sollen originalgetreu restauriert werden.

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Doch weil das Capa-Haus im Zweiten Weltkrieg eine besondere Rolle spielte, an so prominenter Stelle prangt und auch etwas Glück hatte, kam es anders. Eine Bürgerinitiative für den Erhalt wurde gegründet. Im Rathaus machte der frühere Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) das Thema zur Chefsache. Etliche nationale und internationale Medien berichteten. Anlass des Interesses war ein weltweit berühmt gewordenes Foto, das am 18. April 1945 in der Jahnallee 61 entstand. Bei der Befreiung Leipzigs durch amerikanische Truppen hatte Robert Capa - Gallionsfigur der Reportage-Fotografie des 20. Jahrhunderts sowie Gründer der bedeutenden Fotoagentur Magnum - einen MG-Trupp begleitet, der auf einem Balkon dieses Hauses Stellung bezog. Capa war dabei, als dort ein 21-jähriger Maschinengewehr-Schütze von einer deutschen Kugel im Kopf getroffen wurde. Die Bilder von dem Toten und einer anwachsenden Blutlache schickte er später an das "Life-Magazine" in New York mit der Erklärung: "Ich hatte das Bild des letzten Mannes, der starb."

Zwar starben auch in Leipzig danach noch weitere Soldaten, doch als "Life" die Serie im ersten Heft nach Kriegsende druckte, wurde ein Foto daraus weltberühmt. Es hieß "Der letzte Tote des Krieges" und gilt bis heute als eindringliche Mahnung gegen Gewalt.

Die Leipziger Bürgerinitiative recherchierte den Namen des Opfers: Raymond J. Bowmann. Sie nahm Kontakt zu seiner Familie in den USA auf, fand weitere Zeitzeugen. Im Ergebnis besucht die 34-jährige Filmemacherin Alina Cyranek zufällig genau am heutigen Donnerstag den 81-jährigen Robert Petzold in Kassel. Dessen Familie lebte 1945 in jener Wohnung, in der Capas Fotos entstanden. Die Standuhr und andere Möbel, die darauf zu sehen sind, hat Petzold bis heute in Kassel aufbewahrt.

Cyraneks Kurzfilm "Fading" über die Ereignisse von damals wird am 14. Mai in Leipzig Premiere haben - genau 69 Jahre nach dem Erscheinen des "Life"-Hefts. Im Capa-Haus selbst wirbeln dann schon längst die Bauleute, versichert L+S-Chef Langner. Alle 40 Eigentumswohnungen, die in dem Ensemble denkmalgerecht herausgeputzt werden, sind bereits verkauft oder verbleiben im Besitz der bayerischen Firma. Im August 2015 soll alles fertig sein und im Erdgeschoss das traditionsreiche "Café des Westens" wieder öffnen - mit einem kleinen Museum zur besonderen Geschichte des Ortes.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014

Jens Rometsch

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