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Lokales Leipziger testen Pflaster auf dem Nikolaikirchhof
Leipzig Lokales Leipziger testen Pflaster auf dem Nikolaikirchhof
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10:30 23.05.2018
Fühlst du es auch? Jutta Haecklein (65) sowie Ursula (62) und Lisa Dittmar (30, v.l.) testen ganz gründlich die Pflaster-Muster auf dem Nikolaikirchhof. Heute und morgen ist dazu noch einmal Gelegenheit. Quelle: Fotos: Christian Modla
Leipzig

Friedensgebete und Montagsdemonstrationen haben die Nikolaikirche zum Sinnbild für die Friedliche Revolution gemacht. Das Pflaster des sie umgebenden Nikolaikirchhofs ist jetzt Gegenstand einer Bürgerbeteiligung. Weil die 144 in das Bodenpflaster eingelassenen Glaswürfel repariert werden müssen, prüft das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA), ob bei der Gelegenheit die teilweise schadhaften und bei Nässe rutschigen Kupferschlackensteine ersetzt werden könnten. Vier Muster können getestet werden. Und die Leipziger treten beherzt zu.

Vier Varianten, vier Farben

Ralf Barwik von der Abteilung Straßenentwurf und mehrere Amtskollegen werden vom ersten Moment an mit Fragen gelöchert. Vier zwei Mal zwei Meter große Flächen können betracht, vor allem aber betreten werden. Damit der Test auch schlecht-wetter-tauglich ist, werden per Spritzpistole die Pflastersteine immer wieder benetzt. Wem das Kupferschlackenpflaster aus Brandenburg (Gesamtkosten 720 000 Euro) am besten gefällt, der darf eine Murmel in einen orangefarbenen Behälter legen. Freunde vom schwarzen Basalt-Naturpflasterstein (1,1 Millionen Euro) können die blaue Wahlsäule füllen. Befürworter der dunkelgrauen Diorit-Naturpflastersteine (1,25 Millionen Euro) votieren in die grüne Säule. Wer lieber Mansfelder Betonpflaster (750 000 Euro) hätte, soll das rote Gefäß füllen. Die Auswahl fällt schwer. Doch die meisten Passanten sind froh, nach ihrer Meinung gefragt zu werden.

Kritik von der Kulturstiftung

Renate Wiener aus Altpaunsdorf kennt die Tücken dieses Pflasters bei Nässe und Glätte. „Ich schwanke zwischen orange und blau. Die Kupferschlacke ist immerhin aus Altmaterial“, gibt die 71-Jährige zu bedenken.

Olaf Doehler vermisst eine Variante 5 – „belassen, wie es ist“. Als Geschäftsführer der in der Nikolaistraße 2 ansässigen Kulturstiftung Leipzig möchte der 64-Jährige den historischen Bestand unbedingt erhalten. „Hier wird jetzt mindestens der zweite Schritt vorm ersten gemacht“, kritisiert er. „Dieses Verfahren ist dem Thema nicht angemessen. Die Varitanten Grün und Rot sind eine Zumutung.“

Rollstuhltauglichkeit getestet

Marit Tunger (51) ans Anger-Crottendorf hat sich extra aufs Rad geschwungen, um die Vorschläge zu testen. „Ich arbeite mit körperlich Schwerstbehinderten und schaue nach der Rollstuhltauglichkeit“, sagt sie. „Blau geht gar nicht, ist optisch zwar nett, aber viel zu scharfkantig und sehr anstrengend, wenn man im Rollstuhl sitzt. Grün ist schön hell, aber zu teuer. Ich tendiere zu Orange. Schön, dass die Bürger so früh einbezogen werden.“

Kristin Ritter (28) geht mehrmals auf und ab. „Ich arbeitet bei der Diakonie. Im Winter gibt es oft Aushänge, dass wir aufpassen sollen wegen der Glätte. Blau ist gewiss eine Stolperfalle. Ich tendiere zu Rot oder Grün.“

Berliner legt sich ins Zeug

Constantin Tykiel (52) legt sich richtig ins Zeug, springt von Quadrat zu Quadrat. „Orange ist mein Favorit. Ich finde Bürgerbeteiligungen immer gut. Dies ist ein öffentlicher Platz, warum sollen die Bürger nicht mitentscheiden können?“, so der Berliner.

Am Mittwoch und Donnerstag gibt es von 14 bis 18 Uhr erneut die Möglichkeit abzustimmen.

Von Cornelia Lachmann

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