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Lokales HTWK-Studie: Leipziger Kulturbetriebe sind jeden Cent wert
Leipzig Lokales HTWK-Studie: Leipziger Kulturbetriebe sind jeden Cent wert
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23:59 03.04.2014
Oper Leipzig. Quelle: Volkmar Heinz

Jetzt hat eine Arbeitsgruppe um Professor Rüdiger Wink von der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) den Beweis erbracht: Die Kulturbetriebe sind jeden Cent wert.

Die Autoren untersuchten die so genannte Umwegrentabilität der Häuser. Sie sollten herausfinden, wie viel Geld die Betriebe in die Stadt spülen - durch Kaufkraftzuflüsse von Besuchern von außerhalb oder Investitionen, für die weiche Standortfaktoren wie das Kulturangebot einer Stadt eine wesentliche Rolle spielen.

Auf den Prüfstand kamen Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt. Für das Gewandhaus wird derzeit eine separate Studie erstellt. Die Ergebnisse der HTWK-Analyse: Jeder aus Steuermitteln in die Häuser investierte Euro kommt mindestens einmal wieder in die Stadt zurück. Konkret heißt das:

Oper (jährlicher Zuschuss: 41,8 Millionen Euro, 51 029 auswärtige Besucher): Je nachdem, ob ein eher "pessimistisches Szenario" oder "optimistisches Szenario" der Untersuchung zugrunde gelegt wird, zieht ein Subventions-Euro 1,03 Euro bis 2,04 Euro nach sich. Bei der Oper ist der Tourismuseffekt am stärksten ausgeprägt. Durch eine engere Zusammenarbeit mit anderen führenden deutschen Opernhäusern, so schlussfolgert die HTWK-Studie, könnte das Haus seine überregionale Aufmerksamkeit sogar weiter erhöhen.

Schauspiel (jährlicher Zuschuss: 14,4 Millionen Euro, 21 081 auswärtige Besucher): Hier lohnt es sich, jeden Euro einzusetzen, weil er 1,03 bis 1,75 Euro in die Stadt zurückbringt. Es bleibe abzuwarten, welche überregionalen Effekte der Intendantenwechsel auslöst.

Theater der Jungen Welt (jährlicher Zuschuss: 3,3 Millionen Euro, 6500 auswärtige Besucher): Ein investierter Euro bringt 1,14 bis 1,83 Euro in die Stadt.

In die Berechnungen flossen die durchschnittliche Besucherzahl der vergangenen drei Jahre, die städtischen Zuschüsse, Personalkosten, Lieferungen und Leistungen, Eintrittsgelder, Einnahmen aus Gastspielen sowie Umsätze auswärtiger Besucher in Hotels und Einzelhandel ein.

Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU), der die HTWK-Studie in Auftrag gegeben hatte: "Die Bedeutung der Leipziger Kultur als weicher Standortfaktor für Investitionen, den Tourismus und die Lebensqualität in unserer Stadt ist unbestritten. Die Studie der HTWK legt darüber hinaus auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dar, dass die eingesetzten städtischen Zuschüsse nicht nur keine Verschwendung sind, sondern in der Region durchaus positive Effekte generieren".

Kultur sei viel mehr als ein Wirtschaftsfaktor, "aber Kultur ist eben auch ein Wirtschaftsfaktor, der Geld in die Stadt spült", erklärte Gerhard Pötzsch, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion. Auf deren Initiative wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, einen Kulturwirtschaftsbericht für Leipzig zu erstellen. Dessen erste Ergebnisse liegen mit der Studie nun vor. Sie spiegelten eines deutlich wieder: "Kultur lohnt sich", sagte Pötzsch. "Mit dieser Studie können wir nun erstmalig für Leipzig belegen, dass Kultur nicht nur ihren eigenen Wert hat, den es immer zu verteidigen gilt, sondern dass die Investitionen in Kultur in jedem Fall profitabel für Leipzig sind!" Klaus Staeubert

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2014

Klaus Staeubert

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