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Haema sucht neuen Standort - Berlin umwirbt Leipziger Blutspendedienst

Haema sucht neuen Standort - Berlin umwirbt Leipziger Blutspendedienst

Mehrere Städte versuchen, die Leipziger Haema AG abzuwerben. Sie haben dem privaten Blutspendedienst Grundstücke angeboten, denn das stark wachsende Unternehmen sucht einen neuen Standort für seinen Firmensitz.

Leipzig. Am liebsten möchte die Geschäftsleitung aber in Leipzig bleiben. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen.

Haema war 2005 von Berlin nach Leipzig gezogen. Seitdem hat das Unternehmen sein Geschäft deutlich ausgebaut. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um mehrere Hundert auf etwa 900 bundesweit und die der abgenommenen Blut- und Plasmaspenden von etwa 350 000 auf fast eine Million 2009. Der Umsatz erhöhte sich von fast 50 auf rund 90 Millionen Euro. "Wir sind der größte überregionale private Blutspendedienst", sagt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Strauch. "Haema entwickelt sich gut", meint Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Bundestagsabgeordnete war 2005 Leipzigs Oberbürgermeister.

Auch 2010 will Strauch Fachkräfte einstellen. In diesem Jahr aber konzentriert sich das Management vor allem auf das Thema Firmensitz: Der Blutspendedienst sitzt in der Leipziger Bio City. Das Gebäude ist errichtet worden, damit Biotechnologie-Unternehmen günstige Startbedingungen haben. Haema ist mittlerweile zu groß geworden. Deshalb sucht die Geschäftsleitung einen neuen Standort. "Bis 2013 wollen wir umgezogen sein", sagt Strauch. Es geht um eine langfristige Entscheidung: "Wir planen einen Standort, wie wir ihn in den nächsten 15 Jahren brauchen werden."

Die Stadt Leipzig habe auch schon Grundstücke angeboten, sagt der Haema-Chef und spricht von "guten Verhandlungen". Allerdings sind auch andere Kommunen an Haema interessiert. Zum Beispiel die Hauptstadt: "Wir haben auch sehr gute Angebote aus Berlin", sagt Strauch. Immerhin beschäftigt Haema am Firmensitz knapp 180 Mitarbeiter und zahlte in den vergangenen Jahren ordentlich Gewerbesteuer.

Strauch würde mit Haema aber gern in Leipzig bleiben. Zum einen wegen der Kunden. Zwar beliefert Haema Kliniken in ganz Deutschland, einer der wichtigsten Abnehmer ist aber das Herzzentrum Leipzig. Zum anderen "haben wir uns hier einen Mitarbeiterstamm aufgebaut", erklärt Strauch. "Und wir brauchen nun einmal hochqualifizierte Fachkräfte." Deshalb hätten die Verhandlungen mit Leipzig Vorrang: "Im Moment besteht die Gefahr nicht, dass wir wegziehen."

Dann würde das weitere Wachstum von Leipzig aus gesteuert: In den nächsten Jahren soll das Unternehmen einen Umsatz von 100 Millionen Euro erreichen, sagt Strauch. Er rechnet mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Blutkonserven. Die Menschen würden älter, deshalb würden immer mehr Frauen und Männer operiert. Schon jetzt stammen elf Prozent der 6,5 Millionen Blut- und Plasmaspenden in Deutschland von Haema.

Dennoch sieht Strauch Grenzen für das Wachstum der Firma. "Wir brauchen ausreichendes und ausreichend qualifiziertes Personal." In jedem der bundesweit 30 Blutspendezentren arbeiten bis zu 30 Beschäftigte. "Der Fachkräftemangel, besonders der Ärztemangel, begrenzt unser Wachstum."

Markus Werning

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