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Lokales Händler des Leipziger Wochenmarkts fühlen sich vom Markt verdrängt
Leipzig Lokales Händler des Leipziger Wochenmarkts fühlen sich vom Markt verdrängt
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23:59 20.08.2014
Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt. Quelle: dpa
Leipzig

Immer öfter im Jahr müssen wir dafür unseren Wochenmarkt verlegen. Oft kurzfristig. Die Kunden sind am Schimpfen, uns geht das an die Substanz", so Roland Schmidt, der selbst Thüringer Wurst verkauft und Chef des Markthändlerverbands Leipzig ist. Vor Wochen hatte die LVZ schon einmal darüber berichtet. Doch "die Stadt, explizit das Marktamt, misst trotz vieler Gesprächsversuche unseren Problemen keinerlei Bedeutung bei", so Schmidts neuerliches Fazit.

Bachfest, Stadtfest, Kirchenmusiktage, Weinfest, Classic Open- Zuletzt waren es gleich sechs Wochen am Stück, wo die gut 100 beteiligten Händler ihren seit Urzeiten angestammten Platz vorm Alten Rathaus hatten abtreten müssen, interimsmäßig etwa auf den Augustusplatz zogen. "Viele sprechen zwar ungern darüber - aber die meisten büßen hier mitunter bis zur Hälfte ihres Umsatzes ein. Der Augustusplatz ist eben eher ein Umsteigepunkt, wo sich die Leute nicht lange aufhalten", meint Manuela Taubert (Backwaren). Und allen in den Knochen stecke auch noch vergangenes Pfingsten. "Die umsatzstärksten Tage für uns mit im Jahr! Aber da mussten wir wegen des Stadtfestes gar auf den Richard-Wagner-Platz am Brühl ziehen. Nur halb so groß wie Augustusplatz und Markt. Nur Standmöglichkeiten für die Hälfte unserer Händler. Und der Stadt fiel nichts besseres ein, als uns Lose ziehen zu lassen", so Taubert. Diesbezüglich graue jetzt allen schon vor Weihnachten. "Wegen des Weihnachtsmarktes auch da vom Markt zu müssen, ist an sich nicht schlimm. Schlimm ist, dass wir momentan noch nicht wissen, wie sich die Stadt das vorstellt. Wird gar wieder ausgelost, wer auf den Wagnerplatz darf?", schimpft Käse-Mann René Lang. "Ziehe ich für Weihnachten eine Niete, muss ich Angestellte für November, Dezember entlassen." Hendrik Jetten (Trockenfrüchte und Nüsse) pflichtet bei: "Wir haben alle Familien, wir haben einen Auftrag den Kunden gegenüber. Im Rathaus denkt man offenbar, das hier ist für uns ein Zubrot. Aber wir existieren davon!", so Jetten, der wie Lang den Platz am Brühl überdies auch mit "passt nicht" etikettiert. "Händler mit großen Lastern - wie die Blumenleute - können ihn gar nicht anfahren. Die Baumbepflanzung auf dem Platz engt zusätzlich ein, unsere Wagen stehen dicht an dicht. Die Gänge sind viel zu eng, Kunden, geschweige denn Rollstuhlfahrer, kommen kaum durch. Die Feuerwehr notfalls auch nicht", so Jetten.

Auf LVZ-Anfrage im Marktamt meinte Sachgebietsleiter Christian Reichelt, dass die Händler in der Tat um Weihnachten wieder auf den Wagnerplatz ausweichen sollen. "Wir haben momentan keine andere Lösung", sagte er. "Um halbwegs Fairness herzustellen", werde erneut das Los entscheiden. Allerdings sei die Platznot auf dem Wagnerplatz im Winter auch "weniger dramatisch, weil weniger Händler anwesend sind und es da auch keine Freisitze auf der Fläche mehr gibt", meinte Reichelt und fügte hinzu: "Weil wir wissen, wie wichtig diese Marktzeit für unsere Händler ist, werden wir zudem ein Verfahren finden, das dazu führt, dass einzelne nur an sehr wenigen Terminen zur Weihnachtszeit einmal keine Berücksichtigung finden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2014

Raulien, Angelika

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