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Lokales Häuserlücke in der Sebastian-Bach-Straße: Leipzig versagt Baugenehmigung
Leipzig Lokales Häuserlücke in der Sebastian-Bach-Straße: Leipzig versagt Baugenehmigung
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01:00 09.11.2013
Baulücke in der Sebastian-Bach-Straße in Leipzig. Quelle: André Kempner

Die offene Narbe in dem schicken Leipziger Wohnviertel unweit des Clara-Zetkin-Parks könnte dabei längst verheilt sein. Doch die Stadt versagte bislang eine Baugenehmigung. Jetzt liegt der Fall vor Gericht.

Was war passiert? Im Jahr 2010 erwarb das Leipziger Unternehmerpaar Antje (42) und René (44) Krause das Grundstück Sebastian-Bach-Straße 15. Die Lücke sollte ein Haus mit fünf Wohnetagen und einer Parkebene im Erdgeschoss füllen. Anfang vorigen Jahres lehnte die Stadt das Bauprojekt allerdings ab. Auslöser war der Eintrag einer so genannten Baulast im Grundbuch, die den Investoren jetzt zur buchstäblichen Last wird.

Es geht dabei um das Grundstück Sebastian-Bach-Straße 19, das schon in den 1990er-Jahren bebaut worden war. Weil dort aber der Raum für Parkplätze fehlte, einigte sich der damalige Eigentümer mit dem Bundesvermögensamt, dem zu der Zeit das Grundstück Nr. 15 gehörte, die Verpflichtung zur Einrichtung von 17 Parkplätzen auf die Baulücke zu übertragen - für die Dauer von drei Jahren. Seit 1999 ist die Sache aktenkundig. Seltsam nur, dass die Stadt zuvor einen Bescheid über eine Stellplatzablösegebühr ausgestellt hat, dann aber das Geld in den Wind schrieb und sich stattdessen auf die Baulast-Eintragung einließ. "Die Stadt Leipzig hat damit auf 340.000 D-Mark verzichtet", sagt Rechtsanwalt Claus J. Gerd Rohde, der die Krauses vertritt. Die Stadt äußerte sich zu dem Fall auf Nachfragen nicht.

Seit vielen Jahren engagiert sich das Unternehmerpaar als Projektentwickler in Leipzig, aber so etwas wie in der Sebastian-Bach-Straße ist ihm noch nicht passiert. Mit ihren beiden Töchtern leben Antje und René Krause in Schönefeld, einem lange Zeit vernachlässigten Stadtteil, der auch dank ihres Engagements allmählich neues Leben eingehaucht bekommt. Ihr Credo: "Wenn wir investieren, dann auch dort, wo wir wohnen." Zurzeit sanieren sie etwa ein Wohnhaus in der Dimpfelstraße 3. Erst vor wenigen Tagen starteten sie den Umbau des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes am Schönfelder Rathaus.

In der Sebastian-Bach-Straße hätte die Baulücke längst geschlossen sein können, sagt die Projektentwicklerin. "Wir hatten die Wohnungen im Grunde schon verkauft. Vor allem Mieter, die die von uns gewohnte Qualität schätzen gelernt haben, interessierten sich für Wohneigentum." Die meisten seien inzwischen aber abgesprungen.

"Wir haben der Stadt schon viel angeboten, um das Problem zu lösen", sagt Antje Krause. So seien sie und ihr Mann bereit gewesen, im Hinterhof des Wohnhauses Sebastian-Bach-Straße 17 die strittigen Parkplätze einzurichten. Die Zufahrt hätte dann über die Marschnerstraße 4 erfolgen können. Beide Grundstücke gehören ihnen ebenfalls. Doch die Baubehörde lehnte den Kompromissvorschlag ab.

Auch eine Löschung der Baulast verweigert die Stadt bislang. Rechtsanwalt Rohde hält die Eintragung im Grundbuch für rechtswidrig und legte für seine Mandantschaft inzwischen Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig ein. Wie absurd die ganze Situation ist, beschreibt Antje Krause so: "Auf der einen Seite dürfen wir wegen der Baulast kein Haus auf dem Grundstück errichten. Auf der anderen Seiten können wir es aber auch nicht als Dauerparkplatz nutzen, weil das Bauordnungsamt grundsätzlich eine Lückenbebauung wünscht. Momentan ist das Grundstück für uns nur wertlos."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013

Klaus Staeubert

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