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Lokales Hai-Inventur im Leipziger Zoo: Wer ist geboren, wer gestorben?
Leipzig Lokales Hai-Inventur im Leipziger Zoo: Wer ist geboren, wer gestorben?
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23:00 16.01.2014

Aber auch Papageienarten wie die Mönchssittiche erfordern vollen Einsatz.

Na dann mal los! Mit den Listen vom Vorjahr bewaffnet, beginnen Ulrich Grassl (43) und Martina Hacker (31) die "Volkszählung" im Aquarium. Rund hundert Wasserbecken müssen sie abklappern, in denen um die 2500 Tiere aus 440 Arten herumschwimmen. Leipzig hat den drittgrößten Bestand an Fischen in einem deutschen Zoo, nach Berlin und Stuttgart. Grassl und Hacker zählen in Leipzig zum ersten Mal mit. Deshalb sind sie froh, dass ihnen der Altmeister des Reviers, Lothar Dudek (63), zur Seite steht. Nach 43 Jahren im Zoo kennt er jedes Versteck und sieht schon am Schatten oder an der Flossenspitze, wer sich darin verborgen hält.

Zwölf Haie leben im großen Panoramabecken. Die kann das Trio schnell abhaken - alle da, keiner gestorben, keiner geboren, alle offensichtlich gesund. Kurze Ratlosigkeit herrscht bei den Juwelenfahnenfischen: Im Vorjahr waren vier Stück da, jetzt keiner mehr. Vermutlich sind sie gestorben. Denn sie stammen aus 2008 und 2009, damit hätten sie ein stattliches Alter. Im "Westpazifik" bei den Japanischen Tannenzapfenfischen fehlt ebenfalls einer. Die Zählcrew leuchtet mit Taschenlampen in die Höhlen, aber es bleibt dabei: nur sechs statt sieben Stück. Dudek will am Abend noch mal kommen und erneut nachschauen. Auch die Korallen müssen gezählt werden, sie sind ebenfalls Tiere, doch wo endet eins und beginnt das nächste?

Die jährliche Tierinventur ist nötig, damit der Zoo eine saubere Statistik führen kann, damit das elektronische Zoo-Informations-System (ZIS) auf dem neuesten Stand ist und um die vorgeschriebenen Meldungen an die Behörden abzugeben. Bei den großen Säugetierarten geht die Inventur ruckzuck. Bei den Enten auf den vier Teichen und bei den 600 bis 800 Vögeln in 150 Arten ist das Durchzählen nicht immer ein Spaß. Bei den frei herumfliegenden Vögeln im Gondwanaland ist es unmöglich, exakte Angaben zu machen.

Nur mit lautstarkem Gezeter lassen die Mönchssittiche den ungebetenen Besuch in ihre knapp vier Meter hohe Volière. Gleich neun Leute rücken ein, mit Besen, Keschern, Bambusrohren und Transportkörbchen. Afrika-Bereichsleiter Jens Hirmer steigt mit Kescher in den Baum. Das "Bodenpersonal" scheucht die Papageien durch Klopfen von ihren Plätzen hoch. Jeder Vogel, der in den Kescher fliegt, wird einzeln begutachtet und bekommt eine Wurmkur, die Jungvögel werden außerdem beringt. 16 Mönchssittiche sind es insgesamt, darunter fünf Jungtiere. Gruslige Entdeckung: drei Papageien haben nur ein Bein! Das andere hat offenbar ein Marder abgebissen, der sich gelegentlich Zugang zur Volière verschafft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014

Decker, Kerstin

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