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Lokales "Halle" rollt in Leipzig ein
Leipzig Lokales "Halle" rollt in Leipzig ein
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08:41 29.07.2015
Quelle: Stadtgeschichtliches Museum
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Leipzig

Anfang 1912 wurde das preußische elektrische Stellwerk fertiggestellt, sodass die Thüringer Strecke in den westlichen Teil des Hauptbahnhofs eingebunden werden konnte. Aus dem sachsen-anhaltischen Corbetha (heute Großkorbetha) rollte am 1. Mai der erste Zug mit der Lok „1930 Halle“ – eine preußische P 4 – im westlichen Seitenschiff am Bahnsteig 1 ein. Am selben Tag ging auch die Linie nach Zeitz in Betrieb, ebenso jene nach Thüringen. Zu diesem Zeitpunkt besaß der Bahnhof vier Bahnsteige mit sechs Gleisen.

Ihr folgte Ende September des selben Jahres die Zerbst-Magdeburger Linie, die dem Berliner Bahnhof „entzogen“ wurde, sowie Anfang Oktober der Schnellzugverkehr nach Hof und die Züge aus Berlin, die zuvor den Berliner sowie den Bayerischen Bahnhof ansteuerten. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der Berliner Bahnhof für den Personenverkehr geschlossen und der Personenverkehr nach und von Bitterfeld nach dem Hauptbahnhof verlegt. Ebenso wurden vom gleichen Zeitpunkt an Verbindungszüge zwischen Haupt- und Bayerischem Bahnhof eingesetzt. Mit der Einfädelung der Destinationen Dresden und Chemnitz Anfang Februar 1913, die zuvor am zwei Kilometer entfernten Eilenburger Bahnhof (in preußischem Besitz) endeten, war die Teilinbetriebnahme praktisch abgeschlossen.

Über mehrere Jahre, von 1907 bis 1913, erfolgte zugleich der Abriss der alten Bahnhöfe – der Thüringer nach 60 Jahren in Betrieb, der Magdeburger (72), und der Berliner (53). Zuletzt musste auch das Gebäude des Dresdner Bahnhofs nach 76 Jahren weichen. Alle Züge nach Dresden fuhren zu diesem Zeitpunkt schon von der bereits fertiggestellten westlichen Seite des Hauptbahnhofs ab.

Der fortschreitende Bau und die teilweise Inbetriebnahme der fertiggestellten Anlagen erforderten besondere Maßnahmen, um Bau und Betriebsführung nebeneinander durchführen zu können. So wurde nach Fertigstellung der sächsischen Längsbahnsteighalle gut 20 Meter nördlich des eigentlichen Querbahnsteigs ein „zwischenzeitlicher Querbahnsteig“ auf einer Breite von zehn Metern gebaut. Zu bemerken ist hierbei, dass die preußische Verwaltung ihre Gleise vom mittleren Gepäckbahnsteig aus nach Westen mit IW bis XIIIW nummerierte, während die Sachsen ihre Gleise vom selben Ausgangspunkt nach Osten mit I bis XIII bezeichneten.

Ebenso interessant: Vorübergehend wurden der sächsischen Verwaltung im „preußischen Teil“ Dienst- und Abfertigungsgebäude zur Verfügung gestellt. Da diese nicht ausreichten, wurde an der Südseite des „zwischenzeitlichen Querbahnsteigs“ das „zeitweilige Dienstgebäude X“ zur Unterbringung von Handgepäckaufbewahrung, Pförtner, Telegrafenstelle und Aufsichtsbeamten errichtet. In einem weiteren Interim auf preußischer Seite wurden die sächsischen Bahnsteigschaffner, Schirrmeister, Wagennachseher, Wagenputzer, Lampenwärter und andere untergebracht.  

Die Serie zum Nachlesen: www.lvz.de/100-jahre-Hauptbahnhof

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