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Haller unter Druck: Leipziger Jugendamtschef droht wegen Plagiatsaffäre Versetzung

Haller unter Druck: Leipziger Jugendamtschef droht wegen Plagiatsaffäre Versetzung

Der Leipziger Jugendamtsleiter Siegfried Haller hat wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit unter Umständen die Versetzung in ein anderes Amt zu befürchten.

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Siegfried Haller, Leiter des Leipziger Jugendamts, steht wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit unter Druck.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Das sagte Frank Pörner, Leiter des Personalamts im Leipziger Rathaus, am Freitag gegenüber LVZ-Online. Im schlimmsten Fall könne dem 57-Jährigen auch die Kündigung ausgesprochen werden, falls sich der Stadtrat dafür entscheide.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte nach der Aberkennung des Doktortitels durch die Uni Halle im April die Prüfung „dienstrechtlicher Konsequenzen“ angekündigt. Wie Personalchef Pörner jetzt erklärte, müsse die Stadtverwaltung aufgrund des eingelegten Widerspruchs von Haller jedoch das endgültige Urteil abwarten, um ein Urteil fällen zu können. „Bisher haben wir keine Handhabe, etwas in die Wege zu leiten“, sagte Pörner. „Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt Herr Haller als unbescholten. Bleibt es bei der Aberkennung, ist anhand der Gründe der Entscheidung eine Einzelfallprüfung durchzuführen, ob sich dienstrechtliche Konsequenzen ergeben."

Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeige gegen Haller

Die Hochschule hatte Haller „Irreführung“ und „Täuschung“ vorgeworfen und ihm deswegen den Titel entzogen. Der Jugendamtsleiter will notfalls gegen die Aberkennung klagen – derzeit ist sie noch nicht rechtskräftig. „Stellt sich heraus, dass tatsächlich ein Betrugsversuch vorlag, dann ist es nicht vermittelbar, dass keine Konsequenzen gezogen werden“, betonte der Personalamtsleiter.

Pörner nannte es „verständlich“, dass aufgrund der Vorwürfe und Hallers Position als Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung öffentliche Kritik laut werde. Wegen möglicher Versäumnisse des Jugendamts bei der Betreuung einer verstorbenen Drogenabhängigen aus Leipzig und ihres zweijährigen Sohnes steht Haller derzeit zusätzlich unter Beschuss. In dieser Woche ging deswegen auch eine Strafanzeige bei der Leipziger Polizei gegen ihn ein, die derzeit von der Staatsanwaltschaft geprüft wird. Dies habe bislang jedoch keine Auswirkungen auf Hallers Amt, stellte Pörner klar.

Die Leipziger Grünen kritisierten Haller am Freitag für sein aus ihrer Sicht „unangemessenes“ und „respektloses“ Verhalten in der Plagiatsaffäre. „Er muss sich entscheiden wo seine Prioritäten liegen, im Rechtsstreit um seinen Doktortitel oder in der Bearbeitung der Baustellen in seinem Ressort”, sagte Vorstandssprecher Jürgen Kasek. „Sollte ersteres wichtiger sein, ist er für sein Amt nicht mehr tragbar.”

Haller verzichtet freiwillig auf Doktor-Zusatz

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Die Doktorarbeit von Siegfried Haller: „Das Sanierungsgebiet Hemshof in Ludwigshafen am Rhein. Eine Bilanz von 30 Jahren baulicher Erneuerung und sozialer Veränderung“.

Quelle: André Kempner

Neben der Versetzung oder Kündigung skizzierte Personalchef Pörner auch eine Abmahnung als mögliches Szenario bei einer Aberkennung des Doktortitels. Zuvor werde zusammen mit einem externen Sachverständigen die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme geprüft, damit diese im Zweifel auch einer juristischen Überprüfung standhalte. „Es wird mit gebotener Sorgfalt entschieden“, sagte der Amtsleiter.

Gleichzeitig betonte Pörner, dass Hallers Promotion keine Voraussetzung bei der Ausschreibung auf die Stelle des Jugendamtsleiters gewesen sei. Der als Angestellter und nicht als Beamter tätige Amtschef habe den Titel erst 2003 – und damit nach Antritt seiner Stelle im Jahr 2000 – erworben. Wie Personalchef Pörner berichtete, habe Haller selbst darum gebeten, seinen Doktor-Zusatz auf der Internetseite der Stadt sowie im internen Telefonverzeichnis entfernen zu lassen, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Robert Nößler

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