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Lokales Haltung von Wildtieren: Leipziger Tierheim verteidigt Naturschutzbehörde
Leipzig Lokales Haltung von Wildtieren: Leipziger Tierheim verteidigt Naturschutzbehörde
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15:50 17.07.2015
Michael Sperlich, Chef des Leipziger Tierheims. Quelle: Andre Kempner

Aber er hat gegen geltendes Recht verstoßen." Wer seine Tiere rechtskonform erwirbt, besitze alle geforderten Papiere und müsse die Haltung bei der zuständigen Behörde anzeigen.

"Das Vorlegen der Papiere wäre somit eine Sache von Minuten gewesen. Wenn er das aber nicht kann und ihm Gelegenheit gegeben wird, dies zu klären und er dazu einen Monat Zeit bekommt, dann ist das nicht bürokratisch, sondern sehr großzügig. Da er die Unterlagen nicht beibringen konnte, wurde ihm mit dem Angebot des lebenslangen Pflegevertrages ein unbürokratischer Weg geöffnet, die Schildkröten legal bei sich behalten zu können", erläuterte Sperlich. "Herr Rähder wurde nicht von der Behörde enteignet, weil er laut Gesetz mangels Herkunftsnachweis gar kein Eigentum an den Tieren erworben hatte."

Die illegale Haltung von Tieren mit Artenschutzstatus nehme leider dramatisch zu. Der Handel per Internet oder private Handel über offene Grenzen sei kaum kontrollierbar. "Das geht sehr oft zu Lasten der Tiere und das Tierheim in Leipzig ist im Exoten-Bereich nicht so hoch ausgelastet, weil die Untere Naturschutzbehörde und das Ordnungsamt bürokratieverliebt auf Bürger losgehen, sondern weil diese Tierhalter rechtswidrig handeln. Ich als Bürger und als Vorstandsmitglied von zwei sächsischen Tierschutzvereinen erwarte, dass diese Ämter ihre Arbeit korrekt tun."

 Leipzigs Tierheim habe vor dem Wechsel der Zuständigkeit zu diesen Fragen mit dem Regierungspräsidium gut zusammengearbeitet. Die Arbeitsweise dieser Behörde sei aber "positiv ausgedrückt sehr großzügig" gewesen. "Dies lag daran, weil der zuständige Sachbearbeiter nicht einen Euro Haushaltsmittel seitens der Landesregierung zur Verfügung hatte - ein Skandal - und die damaligen, zum Glück weniger zahlreichen Fälle alle zu Lasten des Tierschutzvereins gingen."

2008 wechselte die Zuständigkeit an die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt Leipzig über. Nach einer "durchaus bewegten Übergangsfrist" leisteten die Sachbearbeiter nun eine wirklich gute, stets sachlösungsorientierte Arbeit. "Uns sind auch Arbeitsweisen anderer Naturschutzbehörden, auch in Sachsen, bekannt. Dabei muss festgestellt werden, dass die Arbeit in Leipzig durchaus beispielhaft ist", meinte Sperlich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2014

Jens Rometsch

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