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Lokales Haltung von Wildtieren im Zirkus: Leipziger Grüne verlangen Fakten von der Stadt
Leipzig Lokales Haltung von Wildtieren im Zirkus: Leipziger Grüne verlangen Fakten von der Stadt
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23:59 13.04.2015
Seit Jahren gibt es Diskussionen, welche Tierarten noch vom Zirkus mit auf Reisen genommen werden dürfen. Quelle: Igor Pastierovic (Symbolfoto)

Die Bundesregierung wartet noch ab, ob eine bessere Kontrolle durch eine 2007 eingeführte Registrierung der Zirkusunternehmen mögliche Probleme entschärfen kann.

Derweil versuchen einige Städte, bei dem Thema voranzukommen, in dem sie Zirkusunternehmen mit Wildtieren keine kommunalen Flächen für Gastspiele überlassen. Immerhin schon 23 Kommunen hätten solche Regelungen, sagt Alrun Tauché, die Leipzigs Grüne im Tierschutzbeirat der Stadt vertritt.

Für die am Mittwoch anstehende Ratsversammlung hat die Grünen-Fraktion eine Anfrage eingereicht, um überhaupt erst mal Fakten zur Tierschutz-Situation bei Gastspielen in Leipzig zu erhalten, erklärt Tauché. "Wir fordern genaue Informationen, wie viele Betriebe mit Wild- oder Haustieren in den letzten fünf Jahren in Leipzig waren, durch wen und mit welchem Ergebnis sie kontrolliert wurden." Schließlich sei bekannt, dass es hier 2009 ein Auftrittsverbot wegen Verstößen beim Zirkus Maroni gegeben habe. "Im Januar 2014 kam es bei einer von Tierschützern angemeldeten Protestaktion vor dem Zirkus Aeros auf dem Kleinmesse-Gelände am Cottaweg zu Handgreiflichkeiten mit Mitarbeitern. Das lässt schon daran zweifeln, ob alles in Ordnung ist", meinte die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen. "Vom Veterinäramt gibt es dazu bislang aber nur sehr zurückhaltend oder gar keine Informationen", kritisierte sie.

Tauché betonte, dass es ihrer Partei nicht um Aktionismus, sondern um eine realistische Einschätzung der Lage gehe. In Städten wie Potsdam, Weimar, Köln, Heidelberg, Speyer oder Stuttgart existierten gleichwohl bereits verschiedene Erlasse, mit denen die Kommunen Wildtier-Vorführungen auf ihren Flächen einschränken oder verbieten. "Leipzig gehört beim Zoo in Sachen Artenschutz zu den großen Vorbildern. Da würde es gut passen, wenn wir auch bei den Wildtieren im Zirkus mehr Obacht geben." In Chemnitz laufe gerade ein zweiter Anlauf für einen Erlass der Kommune. Der erste wurde vom Verwaltungsgericht gekippt, weil ein Dompteur unter Verweis auf die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Berufsausübung geklagt hatte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015

Jens Rometsch

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