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Lokales Handwerk im Rundfunkrat: Enke geht, Dirschka bleibt
Leipzig Lokales Handwerk im Rundfunkrat: Enke geht, Dirschka bleibt
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16:26 19.05.2015
Joachim Dirschka Quelle: André Kempner

"Angesichts der Debatten in der sächsischen Handwerkskammer und der Entscheidungen von Friedhelm Enke und Peter Zimmermann sollte Joachim Dirschka seinen Verbleib im Rundfunkrat überdenken. Ich bin sicher, es ist im Interesse des Handwerkstags Sachsen, einen aktuell legitimierten Vertreter im MDR-Rundfunkrat zu haben", erklärt Medien- experte Heiko Hilker. Andere Rundfunkratsmitglieder sehen es ähnlich.

Tatsächlich hatte Sachsens Handwerkstag versucht, Dirschka zu überzeugen, sein Amt für einen anderen Vertreter freizumachen. "Der Handwerkstagspräsident als politischer Chef hat das Mandat für die Vertretung im MDR-Rundfunkrat", sagt der aktuelle Präsident Roland Ermer gegenüber der LVZ. Diese Aussage ist auch Bestandteil eines Vorstandsbeschlusses, der Dirschka mit der Bitte um Niederlegung seines Amtes schriftlich vorgelegt wurde. "Das Handwerk sollte von jemandem vertreten sein, der die Probleme zeitaktuell kennt. Im normalen Tagesgeschäft ist er nicht mehr dabei. Viele Sachen gehen an ihm vorbei", begründet Ermer. Dirschka habe viel für das sächsische Handwerk getan, doch nun sei er zu weit weg vom Tagesgeschäft.

Das sieht der Leipziger nicht so. Er lehnte einen Rücktritt aus dem MDR-Rundfunkrat ab. Bei Zimmermann und Enke sei die Sache anders. Beide seien nicht mehr in den Institutionen, von denen sie in das MDR-Gremium entsandt worden waren. Er sei aber noch Mitgeschäftsführer einer Handwerksfirma sowie Ehrenpräsident der Leipziger Kammer und des Handwerkstages. Bei dessen Mitgliederversammlung und bei der Kammer-Vollversammlung sei er regelmäßig dabei. Er habe weiter guten Kontakt zum Handwerk, so Dirschka.

Seine Ehrenpräsidentschaft allein würde nicht genügen, um seinen Sitz im Rundfunkrat zu legitimieren. Weil Dirschka aber noch einer Handwerksfirma angehört, ist ihm der begehrte Platz in dem Kontrollgremium nicht zu nehmen. Das haben alle Seiten juristisch geprüft. Der Handwerkskammertag muss Dirschkas Nein akzeptieren. Dem steht im Rundfunkrat auch eine Aufwandsentschädigung zu. Als Ausschuss-Chef bekommt er monatlich 785,80 Euro. Zudem gibt es 53,60 Euro je Sitzungstag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2013

Andreas Friedrich

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