Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Handwerker fordern Rücktritt Dirschkas - Kritik an Führungsstil des Leipziger Kammerpräsidenten
Leipzig Lokales Handwerker fordern Rücktritt Dirschkas - Kritik an Führungsstil des Leipziger Kammerpräsidenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 02.02.2010
Anzeige
Leipzig

Die Vorstandsmitglieder Gabriele Gromke und Matthias Forßbohm sind wegen der Amtsführung des Präsidenten aus dem Kammervorstand ausgetreten. Die alten Handwerksmeister fordern offen den Rücktritt Dirschkas. Dieser weist jede Kritik von sich.

Für den Bauunternehmer Forßbohm und die Hörgerätehändlerin Gromke lieferte die Suche nach einem neuen Hauptgeschäftsführer den endgültigen Ausschlag für ihre Rücktritte. Bei der Abstimmung über die Nachfolge von Sigrid Zimmermann gab es eine Pattsituation im Kammervorstand. Beide hatten das Gefühl, Dirschka wolle seinen Kandidaten durchpauken und habe sie über die Personalie nur ungenügend informiert. "Dirschka will keinen starken Hauptgeschäftsführer", begründet Matthias Forßbohm den Streit.

Günther Jacob, einer der ältesten Obermeister Sachsens und Inhaber einer Präzisionsdreherei sagt: "Joachim Dirschka führt die Handwerkskammer als wäre es sein Betrieb." Es gebe nur eine Meinung und das sei seine, so Jacob. Die dieser Zeitung vorliegenden Briefe der "alten Handwerksmeister" und eines Obermeisters der Bauinnung an Dirschka und an die Kreishandwerkerschaft Borna kritisieren die "diktatorische und zum Teil rüpelhafte Amtsführung". Zudem wird dem Präsidenten vorgeworfen, er habe Vorwürfe zu seiner Stasi-Vergangenheit nicht aufgeklärt und die Insolvenz seines Unternehmens sei ohne Konsequenzen für seine Ehrenämter geblieben. Stattdessen klebe er an seinen Repräsentationsposten, was "eine basisnahe Amtsführung kaum mehr möglich macht."

Metallunternehmer Jacob merkt an, dass das Handwerk Dirschka viel zu verdanken habe. Doch inzwischen sei es in zwei Lager gespalten. "Es geht um unser Image. Wenn ich mich mit den Landesobermeistern treffe, zeigen manche schon mit dem Finger auf uns", sagt der Obermeister. Deshalb sei Ende letzten Jahres ein Misstrauensvotum in die Vollversammlung eingebracht worden. Für eine Abwahl Dirschkas wären drei Viertel der Stimmen nötig gewesen. Es stimmten aber nur 58 Prozent dafür. "Darunter sind drei Viertel der Arbeitnehmerschaft, eigentlich seine Unterstützer, die ihm das Misstrauen aussprachen. Das müsste ihm zu denken geben", so Forßbohm.

Dirschkas Kritiker hatten auf einen Neuanfang mit einer Neuwahl des Vorstands gehofft. Die gibt es nicht. Stattdessen "reiste Dirschka um die Welt und stimmte Mitglieder in stundenlangen Gesprächen auf seine Linie um", moniert Bauunternehmer Forßbohm.

Dirschka, der auch Präsident des Sächsischen Handwerkstages und Ausschussvorsitzender im Zentralverband des deutschen Handwerks ist, weist die Kritik zurück. "Es gab kleine Probleme, das hat sich geklärt", sagte er auf Nachfrage. Man solle keine Palastrevolution daraus machen. Die Kritik an seinem Führungsstil hält er für starken Tobak. "Es gibt keine Entscheidung der Kammer, die diktatorisch angeord- net wird. Es sind alles Mehrheitsbeschlüsse von Vorstand oder Vollversammlung", wehrt er sich. Bei 12000 Handwerksbetrieben in Sachsen könne man es aber nicht jedem Recht machen.

Andreas Friedrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für 2010 hat sich Panometer-Macher Yadegar Asisi viel vorgenommen: Unter anderem will er ab Frühjahr den kleinen Gasometer dauerhaft als Veranstaltungsort etablieren, ein Lernatelier und eine neue Gesprächsreihe aus der Taufe heben.

02.02.2010

So voll war es bei einem Leipziger Webmontag noch nie. Rund 40 Interessierte aus vielen Bereichen der Kreativwirtschaft trafen sich am Montag in den Räumen der Agentur eWerk zum Gedankenaustausch.

02.02.2010

Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Stadt Leipzig zieht zum 1. März um. Neuer Standort wird die Rietschelstraße 2 in Lindenau sein. Dafür schließen die bisherigen Außenstellen in der Breisgaustraße und der Elsbethstraße.

02.02.2010
Anzeige