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Lokales Hardy Krüger macht sich in Leipzig für Projekt gegen rechte Gewalt stark
Leipzig Lokales Hardy Krüger macht sich in Leipzig für Projekt gegen rechte Gewalt stark
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00:59 03.06.2014
Der Schauspieler Hardy Krüger macht Front gegen Neonazis und besucht das Neue Rathaus in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Dabei warb er für das Projekt "Gemeinsam gegen rechte Gewalt". Letztes Jahr hatte es der 86-Jährige zusammen mit dem Komiker Dieter Hallervorden, dem Journalisten Klaus Bednarz und dem Filmemacher Hark Bohm ins Leben gerufen. "Wir dürfen uns gesamtgesellschaftlich nicht damit abfinden, dass mit Nazi-Sprüchen die Luft vergiftet wird, die NPD in den Parlamenten sitzt und Jugendliche einer menschenverachtenden Ideologie auf den Leim gehen", meinte Krüger.

Es gehe darum, jungen Leuten gegenüber den Gefahren des Rechtspopulismus "die Augen zu öffnen", sie präventiv aufzuklären, damit sie gar nicht erst in die Fänge der Braunen geraten, wie es ihm selbst einst passiert sei. Als Kind, so erzählte der gebürtige Berliner, wurde er ganz im Sinne des Nationalsozialismus erzogen, weil seine Eltern Adolf Hitler als Gott gesandten Boten verehrt und nicht gesehen hätten, "wohin die Reise mit diesem Banditen geht".

Mit 14 wurde er in die Ordensburg Sonthofen aufgenommen und dem Nazi-Drill unterworfen. Doch dann gab es eine Fügung, die seine Einstellung änderte. Auserkoren als Darsteller in einem Film, begegnete er 1943 in Babelsberg dem Schauspieler Hans Söhnker, der Juden zur Flucht verhalf und Krüger über das verbrecherische System ins Bild setzte. "Er hat aus mir einen Anti-Nazi gemacht."

Prägend sei für ihn auch gewesen, als in der Bundesrepublik brauner Ungeist wieder auflebte. "1957 wurde die Synagoge in Köln mit Hakenkreuzen beschmiert, seitdem trete ich dem Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus aktiv entgegen, seitdem ist mir das ein persönliches Anliegen."

Eingeklinkt hat sich Krüger deshalb auch in die von der Amadeu-Antonio-Stiftung getragene Spendenkampagne "Mut gegen rechte Gewalt". Stiftungsvorsitzende Anetta Kahane begleitete ihn gestern bei seinem Auftritt in Leipzigs Neuem Rathaus. "Wir sind froh, einen solchen prominenten Fürsprecher zu haben", erklärte Kahane. Mit den Sponsorengeldern würden Initiativen zur Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft sowie Aussteigerprogramme aus der Neonazi-Szene unterstützt.

Für ein solches stelle der Freistaat Sachsen seinerseits jährlich rund 260.000 Euro bereit, meinte Sven Forkert vom Landespräventionsrat. "Es ist ein mühsamer Prozess, bis sich Leute von rechtsextremistischen Gruppen lossagen", so Forkert. Im Herbst will Krüger wieder nach Leipzig kommen und dann in einer Schule auftreten. Und Kahane kündigte im Beisein von Jugendamtsleiter Nicolas Tsapos an, dass die Verleihung des sächsischen Förderpreises für Demokratie in diesem Jahr am 7. November in Leipzig stattfinden wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2014

Mario Beck

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