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Lokales Hauptbahnhof-Jubiläum in Leipzig: Legendäres Zeitkino wieder offen
Leipzig Lokales Hauptbahnhof-Jubiläum in Leipzig: Legendäres Zeitkino wieder offen
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09:28 18.09.2015
Reisende nutzten viele Jahre – hier in den 1950er-Jahren – mit großer Begeisterung die Gelegenheit, im Zeitkino auf amüsante Art die Zeit totzuschlagen.  Quelle: Ralph Nünthel
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Leipzig

 Wiederbelebung für eine Legende: Knapp 23 Jahre nach der letzten Vorstellung am 23. Dezember 1992 wird das Zeitkino im Leipziger Hauptbahnhof noch einmal öffnen – zur großen Party anlässlich des 100-jährigen Geburtstags des einst größten Kopfbahnhofs Europas. Allerdings nur für zwei Wochen und im historischen Speisesaal.

Welcher Film am letzten Öffnungstag des legendären Zeitkinos gezeigt wurde, ist weitestgehend unbekannt. Doch viele Leipziger und Gäste der Stadt werden in Erinnerungen schwelgen, wenn es – zumindest temporär – noch einmal öffnet. Vom 26. Oktober bis zum 8. November soll es in der damaligen Anmutung noch einmal zum Leben erweckt werden. Da die ursprünglichen Räume im Zuge des Hauptbahnhofumbaus in den 1990er-Jahren verschwanden, wird es im historischen Speisesaal „reanimiert“.

„Wir freuen uns sehr, dass dies gemeinsam mit den Hauptbahnhof-Promenaden realisiert werden kann“, sagt Bahnhofsmanager Christian Schulz auf LVZ-Anfrage. Der Zugang zum historischen Speisesaal in der Osthalle werde über die Buchhandlung Ludwig eingerichtet.

 Wie Promenaden-Betreiber ECE am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, wird es in den beiden besagten Wochen zum einen ein Kinderprogramm mit diversen Defa-Trickfilmen geben, zum anderen Kurzfilmprogramme über Leipzig in Defa-Filmen in den 1950er-Jahren mit dem Titel „Boomtown in Agfa“ sowie zwei längere Spielfilme mit den Titeln „Du und ich und Klein-Paris“ aus dem Jahr 1970 und „Am Ende der Schienen“ (1993). Die Kinderfilme werden ab 10 Uhr gezeigt, für die anderen Offerten sind Beginnzeiten von 15, 17 und 20 Uhr (abweichend am Sonntag) avisiert. Eintrittskarten können demnächst auch bei einem Gewinnspiel ergattert werden.

Das ursprüngliche Zeitkino war in einem Tunnelstumpf (für eine schon damals geplante unterirdische Anbindung an den Bayerischen Bahnhof) zwischen den ehemaligen Gleisen 22 und 23 eingerichtet worden. Ab dem 20. Dezember 1950 kamen dort Kinofans und Reisende auf ihre Kosten – teilweise bis weit nach Mitternacht. Neben Kurzfilmprogrammen gab es in dem von der Defa direkt betriebenen Cinema auch „normale“ Vorstellungen. Ähnliche Zeitkinos waren übrigens auch in Berlin, Dresden und Bitterfeld in Betrieb.

Bereits am 24. Oktober steigt im Hauptbahnhof in erster Linie am Gleis 26 ein großes Bahnhofsfest. „Der eigentliche Geburtstag ist zwar bekanntlich erst am 4. Dezember, doch wollen wir unsere große Party nicht im Winter feiern“, erläutert der Bahnhofsmanager . Von 10 bis 20 Uhr sei an diesem Tag ein umfangreiches Programm geplant, Details würden rechtzeitig bekanntgegeben. Ein Höhepunkt , so Schulz, werde das Konzert mit dem Mendelssohn-Orchester um 18 Uhr sein. Insider berichten indes, dass eine ursprünglich geplante komplette Festwoche aus finanziellen Gründen abgeblasen werden musste. So bleibt es „nur“ beim Bahnhofsfest und den sich anschließenden zwei Wochen Zeitkino.

Von Martin Pelzl

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