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Lokales S-Bahnhof Leipzig-Messe im Ausnahmezustand
Leipzig Lokales S-Bahnhof Leipzig-Messe im Ausnahmezustand
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11:00 26.09.2018
Im City-Tunnel Leipzig herrscht seit 8 Uhr am Morgen Stille. Quelle: Kempner
Leipzig

Am Hauptbahnhof in Leipzig steuern einige Fahrgäste um kurz nach acht noch zielgerichtet die Rolltreppen hinab zum Citytunnel an – und werden schnell von einem ernst dreinblickenden Bahnmitarbeiter in orangefarbener Weste abgewiesen. Der Citytunnel ist seit Mittwoch morgen gesperrt, keine S-Bahn wird ihn durchfahren, und auch auf den Gleisen drei bis dreizehn wird kein Regional- und kein Schnellzug halten. Es herrscht gespenstische Ruhe.

Gespenstische Ruhe am Hauptbahnhof

An dem S-Bahnhof der Neuen Messe dagegen setzt an diesem kalten Morgen langsam eine ungewohnte Betriebsamkeit ein. Eben hat Udo Fichtner, Kundenservicemanager bei der Bahn, noch die gelben Sonderfahrpläne in die Aushangkästen gepinnt, jetzt gibt er den Kollegen letzte Anweisungen. Um 08:41 Uhr wird der erste Intercity an seinem S-Bahnhof halten. Fichtner fühlt sich gut vorbereitet: „Wir haben gerade noch die Aufzüge und Reinigung überprüft, später verkaufen unsere Azubis auf den Gleisen Kaffee – und einen Bockwurststand haben wir auch organisiert.“

Kurz vor der Sperrung herrschte großer Andrang, wollten Reisende noch die reguläre S-Bahn oder den Zug erwischen. Ab 8 Uhr ging dann am Mittwoch nichts mehr: Bis zum Sonntagmorgen (30.9.) ist der Hauptbahnhof gesperrt. Auch der City-Tunnel kann nicht befahren werden. Der Grund: Einbindung von Gleisen und Technik ins Netz. Fotos: André Kempner

Paula Drescher profitiert von diesem Angebot allerdings noch nicht. Die 19-jährige Studentin aus Halle steht so früh morgens noch etwas orientierungslos an den Gleisen. Normalerweise fährt sie mit der S-Bahn direkt in die Leipziger Innenstadt zur Uni, heute muss sie noch einmal umsteigen und die Tram 16 nehmen. „So ganz vorbereitet bin ich nicht“, sagt die junge Frau, „zum Glück habe ich heute früh noch einmal Radio gehört!“

Tram fährt alle fünf Minuten

Die 32-jährige Britta Sperling wusste seit einigen Tagen um die Hauptbahnhofsperrung. „Die haben das ja sogar in der S-Bahn durchgesagt“, meint sie gut gelaunt. Ihr Auto lässt die IT-Fachfrau aus Krostitz ohnehin immer an der Messe stehen, eine Viertelstunde mehr rechnet sie für ihren Fahrtweg an den Leipziger Markt nun ein. Große Umstände aber macht ihr die Umleitung nicht: „Dass der Hauptbahnhof gesperrt ist, kommt ja öfter vor und die Tram fährt ja nun alle fünf Minuten. Ich kann mich nicht beklagen.“

Bahnmitarbeiter Udo Fichtner ist ebenfalls zufrieden: „Bis jetzt ist alles gut. Mal sehen, wie das dann morgen hier aussieht.“ Dann nämlich ist der Hauptbahnhof bis zum Sonntag vollständig gesperrt. Udo Fichtner wird sich alle vier Tage hier an der Messe um die Fahrgäste kümmern – und er hat dafür gesorgt, dass auch der Bockwurstverkäufer bis Sonntag bereit steht. Sowie die Stimmung an diesem Morgen ist, wird das allemal genügen, um die Gäste bei Laune zu halten.

Von Anna Flora Schade

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