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Lokales Hauptbahnhof ist Unfallschwerpunkt für Radfahrer und Fußgänger
Leipzig Lokales Hauptbahnhof ist Unfallschwerpunkt für Radfahrer und Fußgänger
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09:04 19.11.2016
Jede Menge los am Hauptbahnhof. Das erfordert auch von Fußgängern und Radfahrern Rücksicht und Aufmerksamkeit. (Symbolbild)  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 81 Unfallschwerpunkte hat eine Kommission aus Verwaltung, Polizei und Verkehrsbetrieben in Leipzig ausgemacht. Die Grünen im Stadtrat wollten wissen, wo es besonders häufig zwischen Autos, Radlern und Fußgängern zu Unfällen kommen. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) nannte zehn besonders kritische Punkte.

Nach dem tragischen Unfall in der Goethestraße hatte LVZ.de mit Experten des ADFC Gefahrenstellen in Leipzig unter die Lupe genommen. Fazit: Vor allem rechtsabbiegende Fahrzeuge kollidieren immer wieder an unübersichtlichen Stellen mit Radfahrern. Die Baubürgermeisterin bestätigt in ihrer Aufzählung dieses Bild, nennt außerdem weitere Punkte.

Sichtfeld verbessern, Ampeln aufstellen

Ganz vorn mit dabei: Der Hauptbahnhof. Dort drängen täglich tausende Menschen in die City und in den Bahnhof, gleichzeitig führt der Radweg direkt am Gebäude vorbei. Die Folge: Radfahrer und Fußbänger kommen sich besonders oft ins Gehege. Der Willy-Brandt-Platz vor der Osthalle sei auch der einzige Punkt in der Stadt, an dem es häufig zu Unfällen zwischen Radfahrern komme. Auf Ratsbeschluss untersuchen Verkehrsexperten, ob der Radverkehr dort anders organisiert werden kann. „Ob baulich oder verkehrsorganisatorisch, ist noch nicht klar“, so Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamts am Freitag auf Anfrage von LVZ.de.

In der City berge die Einmündung von der Harkortstraße zum Martin-Luther-Ring Gefahren. Dort nutzen Fußgänger und Radfahrer gemeinsam den Platz, der zur Ampel und zur Überquerung des Rings führt. Mit rechts abbiegenden Fahrzeugen sei es dort in der Vergangenheit zu Unfällen gekommen. Die Stadt habe für die Verkehrsteilnehmer nun das Grün stark beschnitten, so das Sichtfeld verbessert, teilt das Verkehrs- und Tiefbauamt mit.

Im Zentrum-Ost ist die Einmündung von der relativ schmalen Stephanstraße auf die viel befahrene Prager Straße offenbar nicht ausreichend geregelt. Der Stadtrat hat die Installation einer Ampel beschlossen.

Auch an der Einmündung der Talstraße zum Johannisplatz kracht es immer wieder. Diese Stelle soll laut ADFC 2017 mit dem Umbau der Prager Straße verändert werden.

Gefährliche Einmündungen

In Schönefeld gilt die Einmündung Ossietzky- und Zeumerstraße als gefährlich. Auch die Verkehrsführung am Stannebeinplatz ist undurchsichtig – Unfälle sind die Folge. Die Verwaltung prüft, ob im Zuge eines Umbaus der Gorkistraße eine Ampel die Situation verbessern kann.

In der Nähe des Völkerschlachtdenkmals ist die die Zusammenführung von Richard-Lehmann-Straße und An der Tabaksmühle gefährlich: Rad- und Autofahrer sind auf beiden Straßen in beide Richtungen unterwegs, die Wege können sich leicht kreuzen.

In Plagwitz gibt es immer wieder Unfälle an der Einmündung von der Erich-Zeigner-Allee zur Antonienstraße.

In Lindenau verlangt die Einmündung Cottaweg / Jahnallee besondere Aufmerksamkeit bei Radlern und Autofahrern.

In Miltitz kommen sich Rad- und Autofahrer leicht am Kulkwitzer See in die Quere: Wo der Auenweg die Lützner Straße kreuzt, gibt es immer wieder Unfälle.

Grundlage für die Arbeit der Kommission ist die Auswertung elektronischer Karten der Polizeidirektion. Darin werden pro Jahr alle Unfälle eines Typs verzeichnet, Dreijahres-Karten registrieren außerdem alle Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Gibt es fünf Unfälle an derselben Stelle, wird die Kommission aktiv, um einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

Von Evelyn ter Vehn

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