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Lokales 51 Verfahren in einem Monat abgeschlossen
Leipzig Lokales 51 Verfahren in einem Monat abgeschlossen
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06:01 29.09.2018
Schon am Eingang ist zu sehen: Die Zusammenarbeit der Behörden ist im Haus des Jugendrechts enger als üblich, die Dienstwege entsprechend kurz. Quelle: André Kempner
Leipzig

Gestartet als Modellprojekt, gilt es inzwischen als unverzichtbar: Das Leipziger Haus des Jugendrechts weist nach wie vor eine hohe Aufklärungsquote bei Straftaten durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende auf. Exemplarisch dafür sind die Zahlen für den Juli 2018, welche Landtagsabgeordneter Enrico Stange (Linke) bei der Staatsregierung anforderte. Nach Angaben von Innenminister Roland Wöller (CDU) wurden von der Leipziger Polizeidirektion in der Einrichtung im Gebäude des früheren Polizeireviers in der Witzgallstraße innerhalb dieses Monats 51 Ermittlungsverfahren abschließend bearbeitet und davon 48 aufgeklärt. Bei den drei nicht aufgeklärten Verfahren konnten „keine ausreichenden Beweise für die Begründung eines Tatverdachtes erbracht werden“, so Wöller.

Schnellere Konsequenzen

Bereits im Februar 2017 hatte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) erklärt, dass das Ziel, Straftaten von Jugendlichen schnelle, individuelle und nachhaltige staatliche Reaktionen folgen zu lassen, mit dem Haus des Jugendrechts deutlich besser erreicht wurde. Die Aufklärungsquote im Bereich der Jugendkriminalität sei von 73,3 Prozent im Jahr 2014 auf 93,2 Prozent im Jahr 2016 gesteigert worden. Zeitnah erkenne man, ob ein jugendlicher Intensivtäter erneut unter Verdacht gerät, Konsequenzen könnten daher schneller gezogen werden. Gerade bei Delinquenten im jugendlichen Alter gelte es als wichtig, etwaige Strafen quasi auf dem Fuße folgen zu lassen.

Leichte Delikte bei Kindern

Zumal in jungen Jahren noch überwiegend leichtere Fälle eine Rolle spielen. Nach der von Wöller jetzt vorgelegten Monatsstatistik tauchen Kinder als Tatverdächtige bei Diebstählen, Sachbeschädigung und Unterschlagung geringwertiger Sachen auf. Jugendliche (im Sinne des Gesetzes 14 bis 17 Jahre) und Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) sind nach dieser Auflistung für Juli 2018 schon intensiver mit dem Gesetz kollidiert. Drogendelikte, Betrug, schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Raub, räuberische Erpressung, Bedrohung, Verstöße gegen das Waffengesetz – mit zunehmenden Alter werden die Delikte häufiger und schwerwiegender. Mithin liegt ein Augenmerk der Arbeit im Haus des Jugendrechts auf dem Verhindern krimineller Langzeitkarrieren.

Gegen kriminelle Karrieren

Am 27. Februar 2015 war das Projekt gestartet worden, damals noch befristet auf drei Jahre bis 28. Februar 2018. Anfang dieses Jahres wurde beschlossen, die Zusammenarbeit in der Witzgallstraße auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Zuständige Dezernenten der Staatsanwaltschaft arbeiten seither Tür an Tür mit den Beamten des Fachkommissariats der Polizei und Mitarbeitern der Jugendgerichtshilfe. Erst Mitte August hatten Ermittler vom Haus des Jugendrechts, wie berichtet, in Schönau einen 19-jährigen Verdächtigen gefasst, der einen vier Jahre jüngeren Schüler erpresst und ausgeraubt hatte. Bei ihm wurden eine Waffe und Utensilien zum Drogenkonsum gefunden. Der Tatverdächtige kam zunächst in Untersuchungshaft.

Von Frank Döring

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