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Lokales Havarie: Etwa 4500 Haushalte in Leipzig ohne Fernwärme - Versorgung nicht vor Dienstag
Leipzig Lokales Havarie: Etwa 4500 Haushalte in Leipzig ohne Fernwärme - Versorgung nicht vor Dienstag
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15:26 20.01.2012
Ein Leitungsschaden in der Berliner Straße sorgt im Leipziger Norden für kalte Wohnungen. Die Stadtwerke wollen am Nachmittag Details bekannt geben. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Bei Bauarbeiten auf einem Gelände der Deutschen Bahn wurde ein Hauptrohr beschädigt. Die Stadtwerke arbeiten an einem Provisorium.

"Vor Dienstag ist nicht damit zu rechnen, dass wir die Versorgung wieder aufnehmen können", sagte Thomas Prauße, Vorsitzender der Geschäftsführung. Um die Haushalte wieder mit Warmwasser und Wärme versorgen zu können, soll an der Berliner Straße eine provisorische Leitung gelegt werden. "Wir gehen davon aus, dass noch am Freitagnachmittag die ersten Lkw mit Rohrleitungen anrollen", erklärte Prauße.

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Für die Reparatur muss auf der Berliner Straße die Fahrspur in Richtung Innenstadt voraussichtlich bis Sonntag gesperrt werden. Es handelt sich um den Abschnitt zwischen Wittenberger Straße und Roscherstraße. "Unsere Leute werden Tag und Nacht daran arbeiten, dass wir die Anwohner wieder ans Netz kriegen", so der SWL-Geschäftsführer.

Möckern trifft es besonders hart

Die Betroffenen Gebiete nach der Störung im Fernwärmenetz Quelle: Volkmar Heinz Montage Enzo Forciniti

Um den Schaden für die einzelnen Haushalte zu begrenzen, fahren die Techniker nun das Heizwerk Nordost mit einer höheren Vorlauftemperatur. "Damit können wir das betroffene Gebiet stützen", erklärte Andreas Kühnl von der Stadtwerke Leipzig Netz GmbH. In Möckern wird aber wohl so gut wie nichts mehr von der Wärme ankommen: "800 bis 900 Wohneinheiten müssen erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen", sagte Prauße. Die Stadtwerke wollen den Kunden 50 Euro gutschreiben. "Dafür sollten sich die Leute am besten jetzt einen Heizkörper und einen Tauchsieder kaufen", so Prauße.

Die Stadtwerke bieten Kunden, die in diesem Gebiet in Möckern wohnen, eine Soforthilfe an. Anwohner, die bis Dienstag, den 24. Januar, ein elektrisches Heizgerät kaufen, sollen gegen Vorlage der Rechnung in den SWL-Beratungszentren 50 Euro pro Haushalt erhalten. Möglich sei auch, die Quittung per Post an die Stadtwerke zu schicken.

 

Kunden, die in folgenden Straßen wohnen, können diese Erstattung beantragen:

Annaberger Straße, Blücherstraße, Blücherstraße, Christoph-Probst-Straße, Clausewitzstraße, Dantestraße, Diderotstraße, Erika-von-Brockdorff-Straße, Faradaystraße, Fritz-Simonis-Straße, Georg-Schumann-Straße ab Hausnummer 146 aufwärts, Hans-Beimler-Straße, Horst-Heilmann-Straße, Huygensstraße, Jupp-Müller-Straße, Karl-Helbig-Straße, Knopstraße, Nernststraße, Seelenbinderstraße, Uhrigstraße, Voltairestraße, Yorckstraße.

Noch keinen genauen Überblick hat die Stadt Leipzig über ihre betroffenen Gebäude. "Ich kann zumindest sagen, dass das Klinikum Sankt Georg versorgt wird", berichtete Stadtsprecher Matthias Hasberg. Nach Kenntnissen der Stadtwerke lägen keine Krankenhäuser oder Seniorenheime im unterversorgten Gebiet. Laut Prauße können Schulgebäude in der Slevogtstraße betroffen sein. Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur Leipzig, sagte gegenüber LVZ-Online: "Am Montag können alle Kinder erstmal zum Unterricht kommen. Eine Aufsicht und Versorgung an allen Schulen ist garantiert." Könnte ein Schulhaus tatsächlich nicht geheizt werden, würde man am Montag abwägen, wie es weitergehe.

Havarie durch Bauarbeiten auf Bahn-Gelände

Ursache für die Havarie waren Bauarbeiten auf dem Gelände der Deutschen Bahn. "Wir lassen Mastgründungsarbeiten ausführen", sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch. Da habe die beauftragte Firma offenbar nicht richtig aufgepasst. Nach Angaben der SWL werden Träger acht Meter in den Boden gerammt.

In sechs Metern Tiefe verlaufe die Versorgungsleitung, erklärte Prauße am Freitag. „Das ist aber in Plänen, die der Bahn vorliegen, auch eingezeichnet“, sagte Prauße. Erste Anzeichen von einem "hohen Netzverlust" hätten die Techniker der Stadtwerke schon am Donnerstagmittag bemerkt.

Am späten Abend konnte der Schaden dann genau lokalisiert werden. Prauße: "Eine ganz schwierige Stelle." Die Hauptleitung verlaufe unter einer befahrenen Bahntrasse. Unmittelbar angrenzend wurden sowohl der Schutzmantel als auch das Versorgungsrohr durchstoßen. Hunderte Kubikmeter Wasser waren bereits ausgelaufen und mussten in der Nacht zwischen 1.30 Uhr und 4 Uhr abgepumpt werden. Noch sei völlig unklar, wie hoch der Schaden sei. Bei einer Reparatur der Hauptleitung könne leicht "eine sehr hohe Summe" erreicht werden.

Für weitere Informationen zur Kostenerstattung und der aktuellen Lage können Anwohner sich an die kostenfreie Störrufnummer 0800 121 3000 wenden. Ab Montag, 8 Uhr, ist auch die Rufnummer (0341) 121 55 66 erreichbar.

Matthias Roth / Evelyn ter Vehn

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