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Heidi ist tot: Zoo Leipzig verabschiedet sich von "wunderbarer Botschafterin"

Heidi ist tot: Zoo Leipzig verabschiedet sich von "wunderbarer Botschafterin"

Leipzig. Die Entscheidung fiel am Mittwochmorgen: Das schielende Opossum Heidi muss eingeschläfert werden. Der Publikumsliebling des Leipziger Zoos sollte nicht länger leiden, erklärten Zoodirektor Jörg Junhold und Tierarzt Klaus Eulenberger der Presse.

Heidi sei eine "wunderbare Botschafterin" für den Zoo und das Gondwanaland gewesen, hieß es. Damit Besucher ihre Trauer ausdrücken können, wird der Zoo ein Bild von Heidi und ein Kondolenzbuch aufstellen.

"Ein Denkmal wollen wir Heidi nicht errichten", sagte Junhold. Schließlich gehöre es zum alltäglichen Leben im Zoo, dass man sich auch von Tieren verabschieden müsse. Trotzdem will man mit Heidi-Bild und Beileidsbuch würdigen, dass die kleine Beutelratte aus dem Gondwanaland weltweit die Herzen der Menschen erobert hatte. Am Mittwoch wurde das tote Opossum routinemäßig in der Pathologie untersucht. "Danach werden wir ihre Hülle so aufbereiten, dass wir die Möglichkeit haben, daraus etwas zu machen", formulierte Junhold zurückhaltend.

Noch am Dienstagabend hatte sich Junhold mit Michael Ernst, Chef-Tierpfleger im Gondwanaland, und Veterinärmediziner Eulenberger ein Bild von Heidis Gesundheitszustand gemacht. Das rund dreieinhalb Jahre alte Opossum war regelrecht zum Pflegefall geworden: Eulenberger beschrieb die Arthrose und Lähmungserscheinungen in Heidis Beinen. "Sie konnte sich kaum noch selbst zum Fressnapf drehen", sagte er. Von ihrer Schwester Naira sei Heidi einfach nur noch als "Kissen" benutzt worden.

Trotz Vitaminen und intensiver medizinischer Fürsorge hatte sich Heidis Zustand in den letzten Wochen ständig verschlechtert. Am Mittwochmorgen sahen Junhold, Ernst und Eulenberger keine andere Möglichkeit, als Heidi einzuschläfern "und sie dadurch auch zu erlösen", hieß es. Eulenberger, langjähriger Veterinärmediziner des Zoos und eigentlich jetzt im Ruhestand, traf die Entscheidung in Vertretung für seinen kranken Kollegen Andreas Bernhard. Dass das eher traurige Los jetzt ihn traf, nahm Eulenberger mit professioneller Gelassenheit.

Die Besucher des Gondwanalands werden auch in Zukunft kein verwaistes Opossum-Gehege im künstlichen Stollen der Tropenhalle finden. Heidis Schwester Naira und das Opossum-Männchen Teddy wurden dort jetzt zusammen untergebracht. "Die Gäste werden jetzt zwei ziemlich aktive Tiere dort erleben", sagte Tierpfleger Ernst. Dass Naira, ebenfalls so alt wie Heidi, noch Nachwuchs zur Welt bringen würde, bezweifelte Ernst.

Alle Tiere kamen im Mai 2010 aus dänischen Zoos nach Leipzig. Naira und Heidi stammen ursprünglich aus North Carolina in den USA. Da sie als Findelkinder in einer Wildtierstation aufgezogen worden waren, ist das genaue Geburtsdatum nicht bekannt. Das Alter der Weibchen wird auf gut dreieinhalb Jahre geschätzt. Ein Opossum würde viereinhalb bis fünf Jahre alt, erklärte Ernst.

Dass sich die übergewichtige Heidi mit dem Silberblick in Windeseile zum Medienstar entwickeln würde, kam unerwartet: "Ich habe diesen Hype eigentlich immer unterschätzt", sagte Junhold. Die weltweite Aufmerksamkeit nutzte der Zoo Leipzig, um die neue Tropenhalle ins Gespräch zu bringen. Heidi schaffte es sogar per Video-Schaltung auf den roten Teppich zur Oscar-Verleihung. Dass im Zoo-Shop jetzt noch reichlich Marketing-Artikel à la Heidi lagern, bereitete dem Zoo-Direktor erstmal kein Kopfzerbrechen: "Man wird halt sehen, ob die Plüsch-Heidi noch interessant ist", sagte Junhold.

Evelyn ter Vehn

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