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Lokales Heiß, doch nicht am heißesten – Leipzig schwitzt, verpasst aber Hitzerekord
Leipzig Lokales Heiß, doch nicht am heißesten – Leipzig schwitzt, verpasst aber Hitzerekord
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20:34 07.08.2015
Sprung ins kühle Nass - auch am Freitag war in sächsischen Bädern und an den Seen wieder Hochbetrieb. Quelle: dpa
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Leipzig

36,2 Grad: So hoch sind die Temperaturen am Freitag geklettert. Damit hat die Messestadt den diesjährigen Temperatur-Höchstwert um 0,4 Grad verfehlt. Auch ein neuer Gesamtrekord blieb aus. Der liegt weiterhin bei 38 Grad und stammt vom 3. August 1943. Deutlich höher kletterte das Quecksilber weiter östlich. In Dresden wurden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bis zu 38,5 Grad gemessen. Görlitz knackte mit 37,7 den bisherigen Höchstwert von 35,9 deutlich.

Auch am Sonnabend soll es in Leipzig noch einmal richtig heiß werden. „Wir erwarten Werte bis zu 35 Grad“, erklärt Sebastian Manns vom DWD in Leipzig gegenüber LVZ.de. Für den Abend wird dann mit schweren Gewittern und Niederschlägen gerechnet. Wann genau es soweit ist, konnte Manns aber noch nicht sagen.

Risiken durch hohe Temperaturen und Ozonwerte

Viele Kinder und Jugendliche freuen sich gerade an schulfreien Tagen über das warme Wetter. Doch die hohen Temperaturen bergen auch Risiken. Wie das Sächsische Umweltamt am Freitag mitteilte, beinträchtigt die anhaltende Hitze die Luftqualität. Das Amt rechnet auch in den kommenden Tagen mit einer hohen Ozonkonzentration in ganz Sachsen. Dadurch könnten Befindlichkeitsstörungen wie Husten, Schleimhautreizungen oder Atembeschwerden auftreten. Um erhöhte Ozonwerte in den Wohnräumen zu vermeiden, rät das Umweltamt, in den Morgenstunden zu lüften. Generell werden die erhöhte Werte aber eher am Stadtrand als in den Innenstädten gemessen, heißt es.    

Das Leipziger Universitätsklinikum hat derzeit alle Hände voll zu tun. „Wir haben in der Notaufnahme viele Patienten, die wegen der Hitze Probleme bekommen haben“, erklärt eine Sprecherin des Krankenhauses. Im Gegensatz zu den letzten Jahren herrsche aber kein erhöhtes Aufkommen in der Notaufnahme, schätzt Oberarzt Thomas Hartwig ein.

Auch im Klinikum St. Georg ist es noch ruhig. Aus der Erfahrung sei es in den ersten heißen Tagen nicht allzu extrem in der Notaufnahme. Viele Bürger würden sich gut auf die Hitze einstellen. „Zudem ist es heute bisher noch relativ bedeckt“, erklärt Kliniksprecher Constantin Sauff. „Erst bei mehreren heißen Tagen hintereinander nehmen die Notfälle zu.“

Um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, sollten sich die Leipziger nicht überschätzen. Das gilt auch bei einer Abkühlung im Freibad oder im See. „Wenn die Leute innerlich aufgeheizt sind, sollten sie besser gemächlich ins Wasser gehen“, sagt Gabriele Strauß vom Leipziger Bezirk der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Rettungsschwimmer des Vereins sind am Kulkwitzer See stationiert und müssen immer wieder eingreifen. Darum rät Strauß, auf den eigenen Körper zu hören und es langsam angehen zu lassen.

Tipps für heiße Tage

„Bei sommerlichen Temperaturen empfiehlt sich das Tragen einer Kopfbedeckung und lockerer Kleidung“, erklärt Stefanie Hanschke, Chefärztin der zentralen interdisziplinären Notaufnahme im Klinikum St. Georg. Je nach Hauttyp sollte man zudem Sonneschutz mit dem Lichtschutzfaktor 20 bis 30 auftragen.
Das A und O ist außerdem: trinken, trinken, trinken. „Es sollte getrunken werden, bevor sich das Durstgefühl einstellt“, so Hanschke. Besser sei es zudem, öfter kleine Mengen statt viel auf einmal zu sich zu nehmen.
Zwischen elf und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am höchsten. Aufenthalte in der Sonne sollten dann möglichst ganz vermieden werden. Thomas Hartwig, Oberarzt in der Notaufnahme des Leipziger Universitätsklinikums, rät zudem, keinen Sport im Freien zu machen. "Bei Temperaturen über 30 Grad ist die Belastung für den Körper zu hoch." Neben dem Trinken sollte auch das Essen nicht vergessen werden.

Was es beim Baden zu beachten gibt

„In Freigewässern sollte man zuerst Arme und Beine nass machen, damit sich der Körper auf die neue Temperatur einstellen kann. Im Freibad ist dafür die Dusche vor dem Bad unverzichtbar“, erläutert Gabriele Strauß von der DLRG Leipzig. Je nachdem, wie schwer das Mittagessen war, empfiehlt sie zudem, eine bis eineinhalb Stunden nach dem Essen zu pausieren. „Generell sollte man auf den Körper hören, sich nicht überfordern. Vor allem Kinder übertreiben es manchmal ein wenig. Wer blaue Lippen bekommt oder anfängt zu zittern, gönnt sich besser eine Pause.“

Waldbrandgefahr in ganz Sachsen

Angesichts der trockenen Hitze besteht in Sachsen weiterhin Waldbrandgefahr. Auch im Nationalpark Sächsische Schweiz sei das Risiko in den vergangenen Tagen stark gestiegen, teilte die Parkverwaltung am Freitag mit. „Kleinere Bäche führen hier derzeit keinerlei Wasser, Waldböden sind stark ausgetrocknet“, erklärte eine Sprecherin. In der Sächsischen Schweiz herrscht derzeit die zweithöchste Warnstufe Rot. Die Nationalparkverwaltung warnte davor, zu grillen oder ein offenes Feuer zu entfachen. In Teilen der Landkreise Leipzig, Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz sowie in der Stadt Dresden galt sogar die höchste Warnstufe Lila. Am Samstag soll sich die Situation laut Prognose weiter verschärfen.

mit dpa

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