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Lokales Helden und Mythen der Völkerschlacht - Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum
Leipzig Lokales Helden und Mythen der Völkerschlacht - Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum
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10:00 20.10.2016
Ausstellung " Helden nach Maß " im Stadtgeschichtliches Museum in Leipzig. Ulrike Dura mit einem Exponat. Quelle: André Kempner
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Dessen Jubiläumsschau rückt ab September Helden und Legenden der Völkerschlacht in den Mittelpunkt. Sie wird gerade vorbereitet.

 Es wird ein wenig provokant: Glorreiche Hasardeure treffen in der Schau auf Generale mit Rückgrat oder geistige Brandstifter. "Wir wollen einfach Heldengeschichten, Mythen und Legenden aufgreifen, die auf die Befreiungskriege und die Völkerschlacht zurückgehen", kündigt Ulrike Dura, die Vizechefin des Museums an. Natürlich nur solche, die bis heute nachwirken. Unter dem Motto "Helden nach Maß" lernen die Besucher einen vielgestaltigen Mythos jenseits der reinen Daten kennen.

 Ob nun preußischer General Blücher, Poet Theodor Körner oder Turnvater Friedrich Ludwig Jahn - vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis hin zur DDR hat sich jede Gesellschaft ihre Helden angeeignet und freilich auch zurechtgebogen. So wurden die Verdienste von "Turnvater" Jahn und der Völkerkundler Ernst Moritz Arndt gehuldigt, die aber auch Nationalisten und Judenfeinde waren. "Jede Gesellschaft schneidet sich ihre Helden zurecht", betont Dura. Halbgott, Held oder Tyrann heißt da beispielsweise ein spezielles Angebot für Schulklassen.

 Keine Frage, auch Napoleon gibt sich die Ehre, der für viele durchaus ein geliebter Feind war. In einer Studioschau sind aber auch mehr als 80 Napoleonkarikaturen aus der Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums zu sehen. Thematisiert wird das legendäre Treffen von Napoleon und Preußen-Königin Luise, die sich am 6. Juli 1807 beim Monarchentreffen in Tilsit begegneten. Dort bat die Königin um Milde für Preußen. "Jener Opfergang hatte eine Legende geboren, die im Nachhinein richtig verklärt wurde", nannte Dura ein Beispiel.

 Aber auch um Symbole wie das Eiserne Kreuz oder die deutschen Nationalfarben ranken sich Geschichten. Wer möchte, kann erfahren, was ein Kremser sowie der Totensonntag mit der Völkerschlacht zu tun haben. Und wird auch an die unschönen Dinge der Schlacht erinnert. Dafür steht beispielsweise eine Unterarmprothese eines französischen Generals mit Gabel zum Essen. Oder ein Gebiss, das aus Zähnen gefertigt wurde, die toten Soldaten nach der Schlacht von Waterloo entrissen worden waren. Es ist eine Leihgabe des Dentalmuseums Zschadraß für die Ausstellung. Die öffnet am 3. September, 18 Uhr - bis dahin sind aber noch etliche Vorbereitungen nötig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2013

Mathias Orbeck

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