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Helfer am Ende des Lebens - Der Leipziger Hospiz Verein feiert Jubiläum

Helfer am Ende des Lebens - Der Leipziger Hospiz Verein feiert Jubiläum

In diesem Jahr hält der hiesige Hospiz Verein Rückschau: Seine Gründung liegt 20 Jahre zurück. "Es war eine reine Bürgerbewegung", erinnert sich Helga Schwenke-Speck.

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Gehören im Hospiz Verein Leipzig zu den "tragenden Säulen": Kerstin de Schulz, Helga Schwenke-Speck, Angela Helmers und Dorothea Schwennicke (von links).

Quelle: Verein

Leipzig. Auf Leipziger Flur gehört sie diesbezüglich zu den Pionieren.

Anstoß für die Hospizbewegung hier, sagt sie, seien unter anderem die eigenen beruflichen Erfahrungen als Onkologin gewesen. Viel habe sie damals in der Leipziger Uni-Klinik am Sterbebett teils auch sehr junger Menschen gesessen. "Oft waren sie ja ganz allein, Angehörige waren damals ja gar nicht zugelassen. Es war zugleich eine Zeit, in der die Themen Tod, Sterben und Trauer unerwünscht und tabuisiert waren. Und mit dem Begriff Hospiz konnte hier kaum einer etwas anfangen. Am ehesten dachten die Leute da an eine Herberge", sagt die 79-Jährige und greift, lächelnd, der Chronologie etwas vorweg, als sie einflicht, dass im späteren Hospiz-Verein anfangs gar Anrufe kamen und Leute eine Übernachtung bestellten.

Mit den neuen Möglichkeiten freier Entfaltung nach dem politischen Mauerfall 1989 drängte es die ehemalige Oberärztin Schwenke-Speck, neue Ansätze für einen würdevolleren Umgang mit Sterbenden zu suchen. Dabei Pate stand im benachbarten Halle Pfarrer Heinrich Pera, der sich als einer der ersten für die Hospiz-Aktivitäten in Ostdeutschland eingesetzt hatte. Später lernte die Professorin andere Menschen kennen, die ihren Enthusiasmus teilten. Gemeinsam brachten sie die Gründung des Hospiz Vereins 1993 ins Rollen. Und, weil sie selbst als engagierte Medizinerin mittlerweile in zig überregionalen Gremien eingespannt war, wurde nicht zuletzt auch Ehemann Karsten Speck zu einer tragenden Säule des Vereins.

Ihre Aufzählung all derer, die dann alsbald zu jener "Keimzelle" des Vereins mit viel Kompetenz und Herz stießen, ist ebenso ellenlang wie die Schilderung der Mühen der Ebene, um die ersehnte Hospizarbeit dann anzuschieben. Fakt ist aber: Schon im Gründungsjahr '93 wurden 21 schwerstkranke Menschen ambulant begleitet. "Mittlerweile sind es mehr als 200 jährlich", so die leitende Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst, Angela Helmers. Waren einst elf Ehrenamtler mit am Start, könne man heute auf gut 70 bauen, die sich als Hospizbegleiter oder in anderer Form einbringen.

Ewig könnte Professorin Schwenke-Speck zudem von den Hürden des Großprojektes "stationäres Hospiz Villa Auguste" berichten, das Bundesministerien zunächst als zu teuer ablehnten; um dessen Standort die Meinungen auseinandergingen; und wie man sich, als die Wahl auf das Haus in der Kommandant-Prendel-Allee gefallen war, mit 34 Erben der Immobilie in aller Welt und windigen Leipziger Rechtsanwälten auseinandersetzen musste. Und, wie sie Tod und Teufel anschrieb, um die letztlich nötigen 1,2 Millionen D-Mark für die Grundfinanzierung aufzubringen.

"Auf die Eröffnung der Villa Auguste 2002 kann der Verein zu Recht noch heute stolz sein", so Helmers. "Für die Zukunft möchten wir aber vor allem auch unsere Mitmenschen zu einem achtsamen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer ermutigen. Hospizbegleiterschulungen, Fortbildungen für Pflegepersonal, diverse Beratungsangebote und Trauerbegleitung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind da im Wesentlichen unsere Angebote zur Unterstützung. Und wichtig ist uns natürlich jegliche Öffentlichkeitsarbeit zu all der Thematik", so Helmers.

 

Am Donnerstag bittet der Hospiz Verein Leipzig zum nächsten Offenen Abend um 19.30 Uhr in die Stadtbibliothek Wilhelm-Leuschner-Platz (Eintritt frei). Leo Morgentau (Bremen) referiert zum Kommunikationsthema "Verstehst Du mich? Versteh ich Dich?". Sie ist Ethnologin, Kulturwissenschaftlerin, Trauerbegleiterin, Palliativ-Care-Fachkraft, Dozentin für "Gewaltfreie Kommunikation und Stressbewältigung durch Achtsamkeit". Kontakt zum Hospiz Verein: Kommandant-Prendel-Allee 97, Telefon (0341) 46 37 19 42; www.hospiz-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2013

Angelika Raulien

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