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Herrenlose Häuser in Leipzig: Erbenermittlerin provoziert Reaktion der Stadt

Herrenlose Häuser in Leipzig: Erbenermittlerin provoziert Reaktion der Stadt

Die Stadt hat am Mittwoch auf das LVZ-Interview mit der israelischen Erbenermittlerin Shoshana Rappeport reagiert. „Für zwei Objekte wissen wir, dass die Häuser für viel, viel mehr Geld weiterverkauft wurden“, sagte sie in dem Gespräch.

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Ansicht vom herrenlosen Haus in der Etkar-Andre-Straße 30 in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nun sah sich die Stadt veranlasst, Stellung zu nehmen. Rappeport vertritt in der Messestadt mehrere Erben, die sich von dem Skandal um die herrenlosen Häuser betroffen fühlen.

Laut einer Mitteilung werde bedauert, dass die Erbenermittlerin bisher nicht auf die Stadtverwaltung zugekommen sei. Nach eigenen Angaben kümmert sich die 45-Jährige um die Häuser in der Gorkistraße 51, der Magdalenenstraße 18 und der Elsterstraße 32. An letztgenannter Adresse wohnten Israelis mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, die familiäre Verbindungen nach Deutschland hatten. Als sie 1940 in die USA ausreisen konnten, mussten sie das Haus samt Inventar zurücklassen.

Dazu erklärt die Stadt, dass ein gesetzlicher Vertreter eingesetzt wurde, nachdem erfolglos nach den Erben gesucht worden war. „Der Verkauf des Grundstücks erfolgte im Jahr 2007. Der Erlös liegt auf einem Verwahrkonto der Stadt.“ Erben hätten sich bislang nicht gemeldet.

Im Fall der Gorkistraße 51 gingen die Eigentümer laut Rappeport bereits im Jahr 1916 in die USA. Ähnlich ist es bei der Magdalenenstraße 18, wo die Besitzer 1926 Deutschland verließen. „Bei den Grundstücken handelt es sich um den Nachlass von Familienmitgliedern, die damals in Deutschland geblieben sind“, erklärte sie.

Zur Gorkistraße argumentiert die Stadt, dass die Immobilie zu den „offenen Vermögensfragen“ gehörte. Anfang der 1990er Jahre sei das Grundstück rückübertragen worden. „Die Ansprüche möglicher NS-Verfolgter waren durch die Beteiligung der Jewish Claims Conference (JCC) am Verfahren gewahrt.“ Die JCC ist ein Zusammenschluss jüdischer Organisationen. Sie vertritt seit ihrer Gründung 1951 Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus und Holocaust-Überlebender.

In der Magdalenenstraße blieb die Suche nach einem rechtmäßigen Erben ohne Erfolg. Das Leipziger Rechnungsprüfungsamt erwähnte in seinem Bericht 2012 eine „überzählige Anwaltsvergütung“ und bemängelte die fehlende Verzinsung, die nun im Zuge der Aufarbeitung behoben werden sollen. Laut Stadt wurde den Erben im Jahr 2010 ihr Anteil ausbezahlt, nachdem sie sich gemeldet hatten.

Rappeport äußerte im LVZ-Interview außerdem den Verdacht der Korruption im Zusammenhang mit den Erbfällen. Dazu erklärte die Stadt: „Nach den Untersuchungen durch das Rechnungsprüfungsamt wie auch durch die Staatsanwaltschaft liegen für eine solche Anschuldigung keinerlei Hinweise vor.“

ra

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