Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Hidden Peak, Fitz Roy: Leipziger Bergsteiger Rieck will alte Bekannte bezwingen
Leipzig Lokales Hidden Peak, Fitz Roy: Leipziger Bergsteiger Rieck will alte Bekannte bezwingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:20 02.11.2014
Himalaya-Gipfel: Archivbild Quelle: dpa
Leipzig

Auch wenn sich eine alte Verletzung immer spürbarer bemerkbar macht, will er nicht kürzer treten. "Ich habe neun Schrauben im linken Fersenbein, die erinnern mich immer daran, dass beim Klettern schnell etwas schiefgehen kann." Seit 1998 trägt Rieck die Metallteile mit sich herum, ein Jahr später machte er trotz dieses Handicaps seinen ersten 8000er, den Cho Oyu im Himalaya. Der zweite folgte 2001 mit dem Gasherbrum 2 im pakistanischen Karakorum-Gebirge.

Beim benachbarten Hidden Peak, der 8068 Meter aufragt, musste Rieck damals passen. Auch bei einem erneuten Versuch 2012 scheiterte er dort. "Ich habe mit diesem Berg noch eine Rechnung offen." Begleichen will er sie unbedingt: Voraussichtlich 2016 soll der nächste Angriff erfolgen, allerdings nur, wenn dann ein sogenanntes Permit-Sharing möglich ist. Das heißt, wenn sich Rieck die Kosten für die teure Besteigungserlaubnis mit einer anderen Expedition, die ebenfalls den Hidden Peak ansteuert, teilen kann.

Während seiner alpinistischen Unternehmungen, die 1989 am Pik Energia in der damaligen Sowjetunion begannen und bei denen er unter anderem zwei 6000er in Nepal bezwang, auf denen vor ihm noch keiner stand, war ihm fast immer Erfolg beschieden. Mehrere 7000er konnte er knacken.

Nur bei drei Bergen kam Rieck, der immer ohne künstlichen Sauerstoff agiert, nicht ganz oben an. Neben dem Hidden Peak waren das 2005 der 8848 Meter messende Mount Everest, wo er nach einem andauernden Schlechtwettereinbruch auf rund 7500 Metern den Rückzug antreten musste, und 2010 der Fitz Roy in den Anden. Bis zum Gipfel des Granitgiganten fehlten nur noch drei Seillängen, als Rieck und sein Gefährte zur Umkehr gezwungen waren, weil die Steilwand plötzlich vereiste. "Den Everest habe ich abgehakt, aber den Fitz Roy weiter auf meiner Liste." Wenn sich ein Kletterpartner finde und eine günstige Konstellation bestehe, dann lasse sich vielleicht schon Ende nächsten Jahres eine Besteigung bewerkstelligen, meint Rieck.

Das ist noch Zukunftsmusik, derzeit ist er mit den Mühen der Ebene befasst - feilt an seinem Jubiläumsvortrag unter dem Titel "Das Ziel ist alles", den er am 27. Dezember um 19 Uhr im Mekong-Saal des Gondwanalandes im Zoo hält. "Ich will das Publikum teilhaben lassen an der majestätischen Anziehungskraft, die grandiose Berggestalten, aber auch andere faszinierende Landschaften ausüben und mich nicht mehr loslassen." Bei der Vortragsvorbereitung gehe ihm vieles durch den Kopf, nachhaltige Erinnerungen, die nicht verblassen wie die am Everest "als 40 Alpinisten auf unser Hochlager zutaumelten, zu Tode erschöpft, mit tierischer Angst in den Augen". Keiner hatte den Gipfel erreicht.

Wenn Rieck seine Expeditionen Revue passieren lässt, dann sind es nicht nur die am Dach der Welt. "Die Durchquerung des patagonischen Inlandeises in Südamerika war eine meiner prägendsten Erfahrungen, wie die Natur einem zusetzen und alles abverlangen kann." Mit dem anderen Ende der neuen Welt, mit Alaska, verbindet er großartige Eindrücke von einer Kajak-Tour: "Beim John-Hopkins-Gletscher bleibt einem nur das Staunen, weil seine Schönheit unbeschreiblich ist."

Mehr Infos zu allen Expeditionen und zum Kartenvorverkauf für den Jubiläumsvortrag unter www.olafrieck.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.11.2014

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nachdem der Leipziger Stadtrat jüngst einen sogenannten Durchführungsvertrag gebilligt und damit den Weg für die Errichtung des rund 191 Meter hohen Funkmastes im Messegrund freigemacht hatte, soll das Vorhaben zügig verwirklicht werden.

02.11.2014

"So viele Flüchtlinge am gleichen Ort zu sehen, ist schockierend, aber Syrien ist schon längst zur größten humanitären Katastrophe unserer Zeit geworden. Seit mehr als drei Jahren sind große Teile der syrischen Bevölkerung auf der Flucht - erst vor dem Regime und nun, wie in Kobane, auch vor dem IS", sagt Sophie Bischoff, die im Rahmen ihrer Arbeit für das Projekt "Adopt a Revolution" eine Woche vor Ort verbrachte.

02.11.2014

In Leipzigs ist die Wohnkostenbelastung pro Haushalt in den vergangenen zwei Jahren leicht gesunken. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des größten deutschen Internet-Vermietungsportals Immobilien-Scout24 hervor.

02.11.2014