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Lokales Hier kracht es jetzt seltener: So entschärft Leipzig gefährliche Kreuzungen
Leipzig Lokales Hier kracht es jetzt seltener: So entschärft Leipzig gefährliche Kreuzungen
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09:11 05.02.2015
Am Gotischen Bad Quelle: André Kempner

Wir erklären, wie das funktioniert.

Am Gothischen Bad

: Auf dem kurzen Umschwung zwischen der B2 und der Brandenburger Brücke hatte es häufig gekracht. Meist stießen Autos und Laster an den Seiten zusammen. Die Unfallkommission änderte den Radius der gestrichelten Linien zwischen den Fahrspuren, ließ für mehr Übersichtlichkeit große Abbiegepfeile aufmalen. Mit Erfolg!

Zweinaundorfer Straße Quelle: André Kempner

Zweinaundorfer Straße

: Auch die Gefahrenstelle am Abzweig Am Güterring in der Zweinaundorfer Straße wurde entschärft. Der Radweg unter der S-Bahn-Brücke beschreibt jetzt keinen Bogen mehr, sondern führt schnurgerade über den Abzweig hinüber. Für mehr Übersichtlichkeit sorgen zudem blaue Radweg-Symbole auf dem Boden.

Essener Straße Quelle: André Kempner

Essener Straße

: Bei den vielen Unfällen am Ende jener Rampe, die von der Maximilianallee/B2 (in Richtung stadteinwärts) hinauf zur Essener Straße führt, war der Unfallkommission schnell klar, dass nur eine Ampel helfen kann. Seit die alle Rechtsabbieger in ihrem stürmischen Drang zur Essener Straße stoppt, gab's dort keine Unfälle mehr.

Ossietzkystraße Quelle: André Kempner

Ossietzkystraße

: Eine Fahrbahneinengung war die Lösung in der Ossietzkystraße - nahe dem Schönefelder Schloss. Der Abzweig zur Zeumerstraße wurde durch weiß gestreifte Flächen so stark verkleinert, dass Autos auf beiden Straßen nicht mehr ohne zu bremsen einfach nach rechts oder links weghuschen können. Auch den Radfahrern bringt das mehr Sicherheit.

In Leipzig gibt es aktuell 222 Unfall-Schwerpunkte. In Chemnitz sind es etwa gleich viele, in Dresden über 600. Wann eine gefährliche Stelle diesen Status erhält, ist wie so vieles in Deutschland durch Vorschriften exakt geregelt. Ein Crash mit mehreren Schwerverletzten reicht dafür nicht aus. Vielmehr müssen sich an jenem Ort in einem Jahr mindestens fünf gleichartig gelagerte Unfälle (zum Beispiel Vorfahrtfehler) oder fünf Vorfälle mit Personenschäden binnen drei Jahren ereignet haben. Solche Häufungen finden sich oft an Kreuzungen.

60 Kreuzungen werden jährlich geprüft

Von den 222 Schwerpunkten bearbeitet Leipzigs Unfallkommission jeweils 60 Herausragende in einem Programm, das jährlich aktualisiert wird. Ihre sechs Mitglieder entsenden die Polizei, die Leipziger Verkehrsbetriebe, ADAC und das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt.

Wie der Vorsitzende Michael Jana erklärt, analysiert die Kommission zunächst alle Unfälle, die die Polizei an einer Gefahrenstelle aufgenommen hat, in riesigen Skizzen. So werde versucht, Gemeinsamkeiten zwischen den Unfallhergängen herauszufiltern: etwa bestimmte Uhrzeiten oder Wetterlagen, wiederkehrende Fehler der Beteiligten, Sichtbehinderungen durch Büsche oder Falschparker. "Dann geht es gemeinsam für eine Stunde vor Ort, um Ursachen und mögliche Verbesserungen zu diskutieren. Das reicht von der Griffigkeit der Fahrbahn über eine klarere Trennung der Spuren bis hin zur Ampelschaltung", erklärt der 44-Jährige. Mitunter reichten minimale Veränderungen, um die Gefahr auf Normalmaß zu verringern. So wie es auch in einem Beispiel der Übersicht oben zu erfolgreichen Verbesserungen geschah.

An anderen Stellen müssen die Fachleute passen, weil die Unfälle keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Beispiele dafür sind der Knoten vor der Einfahrt zum Obi-Markt an der Brandenburger Straße oder die von allen Seiten schwer einsehbare Kreuzung Kurt-Eisner-/Kochstraße.

Manchmal zeigten Verbesserungen vor Ort leider keine Wirkung: so bei den Radwegen an den Ecken Löhrstraße/Tröndlinring oder Jahnallee/Cottaweg. Trotzdem: Die Nachkontrollen bewiesen, dass seit 2012 an 30 Schwerpunkten das Problem beseitigt werden konnte.

Jens Rometsch

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