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Hieronymus-Lotter-Gesellschaft fördert Frischekur für Leipzig-Schau im Alten Rathaus

Neues Jahresprojekt Hieronymus-Lotter-Gesellschaft fördert Frischekur für Leipzig-Schau im Alten Rathaus

Das Alte Rathaus konzipiert seine Dauerschau zur älteren Stadtgeschichte neu. Tatkräftige Unterstützung kommt dabei von der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, die beispielsweise die Konservierung des berühmten Bach-Porträts bezahlt.

Die Dauerschau zur älteren Stadtgeschichte im Alten Rathaus wird neu konzipiert. Dabei hilft die Lotter-Gesellschjaft.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das Alte Rathaus konzipiert seine Dauerschau zur älteren Stadtgeschichte neu. So sollen komplexe historische Sachverhalte leicht verständlich aufbereitet, neueste Forschungsergebnisse ergänzt, die Kleinodien der Sammlung besser in Szene gesetzt werden. Ein Prestigeobjekt ist dabei das berühmte Bach-Porträt von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahr 1746, das für 4000 Euro aufwendig konserviert werden muss, um es vor weiteren Schäden zu bewahren. So sollen beispielsweise Farbschollen auf der Bildfläche konserviert, Fehlstellen repariert sowie kleine Retuschen vorgenommen werden. Das berühmte Gemälde hängt in einem der beiden Musikerräume, der umgestaltet wird, neben der alten Ratsstube. Kosten: circa 25.000. „Unser Verein will die 14.000 Euro davon übernehmen“, kündigt Eric Buchmann, der Sprecher der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft, an. Diese ist der Förderverein des Stadtgeschichtlichen Museums. Geplant sei, in beiden Musikerräumen – der andere rückt Richard Wagner besser in Szene – die Fußböden zu erneuern, die farbliche Gestaltung der Wände zu erneuern, Tafeln zu überarbeiten, eine Audiostation einzurichten.

Schmuckstück bleibt natürlich das Bach-Porträt. Wie in der Barockzeit üblich, wird der 61-jährige Johann Sebastian Bach in offizieller Pose mit bürgerlicher Kleidung, ernster Miene und gepuderter Perücke dargestellt. Und mit Notenblatt in der Hand, das ihn als gelehrten Komponisten ausweist. „Wir haben den wahren Bach“, betont Buchmann. Mittlerweile gibt es ein neueres Bild von Haußmann aus dem Jahre 1748, welches in der Schatzkammer des Bach- Museums am Thomaskirchhof hängt. Beides sind aber Originale. Es sind die Por­träts, von denen man wirklich weiß, dass Bach zu seinen Lebzeiten gemalt wurde. „Die Neugestaltung des Bach-Raumes im Museum wird das zentrale Jahresprojekt der Lotter-Gesellschaft in diesem Jahr sein“, so der 27-Jährige, der als Lehrer an der Förderschule Schloss Schönefeld arbeitet. Außerdem finanziert die Lotter-Gesellschaft eine Museumsbroschüre, die die Geschichte dieses kulturhistorisch bedeutendsten Objektes des Stadtgeschichtlichen Museums erzählt. Letztes Großprojekt der Lottergesellschaft war übrigens die Restaurierung und Modernisierung des Stadtmodells von 1823, das ein Blickfang im Festsaal ist.

Die Hieronymus-Lotter-Gesellschaft hat aber auch ihr Patenschaftsprogramm für das Museum überarbeitet. Bereits seit 1998 heißt das Projekt „Paten retten Museumsschätze“. Mehr als 100 Geldgeber konnten gewonnen werden, die etwa 150 Objekte gerettet haben. „Dieser Erfolg macht uns glücklich und stolz, ist zugleich aber auch Ansporn, das Projekt weiterzuentwickeln“, so Lotter-Vorsitzender Ulrich Becker. Das passiert über das Internet, wo ein Crowdfunding-Projekt versucht wurde. Ziel war es, Spenden für eine Herrenpuppe aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu sammeln. „Das war leider nicht so erfolgreich, wir machen aber noch einen weiteren Testlauf“, so Vorstandsmitglied Eric Buchmann. Für die „Märchenausstellung“, die um die Weihnachtszeit 2017 eröffnet werden soll, müssen noch Objekte restauriert werden. „Papiertheater, Klingkästchen und Biedermeierpuppen warten noch auf die Restaurierung“, erklärt er. Die Gesellschaft wirbt auch für die Restaurierung des heiligen Sebastian. Die kleine grazile Figur stammt von einem Flügelaltar aus der Kirche zu Eythra im Süden Leipzigs, die dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallen ist. Die Figur wird für die große Sonderschau zur Sporthistorie 2018 benötigt. Die Kosten für die Objekte können – je nach Größe und Zustand – wenige Euro, aber auch mehrere tausend betragen. Detaillierte Infos stehen jeweils auf der Homepage der Gesellschaft.

www.lotter-gesellschaft.de

Von Mathias Orbeck

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