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Lokales Hilfe für Max und andere Kranke
Leipzig Lokales Hilfe für Max und andere Kranke
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12:27 27.05.2018
DKMS-Unterstützer am Hauptbahnhof: Fabienne Schmidt, Soraya Kohlmann, RB-Maskottchen Bulli, Perry Bräutigam und Michael Trischan (v. l.). Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig

Auf der Anzeigetafel hat die S 6 Richtung Messe einige Minuten Verspätung, der darüber aufgeführte Zug aber ist pünktlich: Auf Gleis 16 steht seit 11 Uhr ein Sonderzug, der bis 17 Uhr wartet – nicht auf Fahrgäste, sondern auf Registrierer. Die Initiative Deutsche Knochenmarkspende (DKMS) ist seit Freitag auf Schienen quer durch die Republik unterwegs, um an Bahnhöfen auf den Kampf gegen Blutkrebs aufmerksam zu machen und Freiwillige zu rekrutieren, die Stammzellen spenden würden. Am Samstag hielt der Zug sechs Stunden lang in Leipzig.

Prominenz an Gleis 16 soll die öffentliche Aufmerksamkeit verstärken: Perry Bräutigam, Fußballlegende und Torwartscout bei RB Leipzig, rät sich beim Pressetermin am Gleis, die Entscheidung, sich registrieren zu lassen, nicht vor sich her zu schieben. Schauspieler Michael Trischan („In aller Freundschaft“) hat das schon Anfang der 90er Jahre erledigt. „Inzwischen ist der Vorgang ja extrem einfach“, betont er. Musste früher Blut gezapft werden, reicht heute ein kurzer Strich mit einem Wattestäbchen durch den Mundraum, um den Stammzellen-Typ zu ermitteln, der Leben retten kann.

Pianist David Ianni hat eine gute Freundin an den Blutkrebs verloren: Cellistin Carola Berg starb kurz vor Weihnachten 2017. Mit seinem „Hoffnungsklavier“ tourt Ianni bei der DKMS-Aktion mit, um Songs zu spielen und für das Thema zu sensibilisieren. Sein bemaltes Klavier wird am Ende der DMKS-Tour versteigert, sie endet am Montag in Berlin – am weltweiten Blutkrebs-Tag. Zum Leipzig-Termin ist neben RB-Maskottchen Bulli auch Miss Germany 2017, Soraya Kohlmann, gekommen, außerdem die aktuell schönste Thüringerin Fabienne Schmidt. Deren Job geht nicht über das Klischee hinaus: Lächeln fürs Foto reicht.

Vor dem Zug steht auch die Leipzigerin Paula Schwerin, um ihren Cousin zu unterstützen: Der 14-jährige Max aus Erfurt gehört zu den Erkrankten und benötigt einen Spender mit übereinstimmenden Stammzellen. „Er liegt im Krankenhaus, seine Mutter ist bei ihm - und sie verfolgen gerade den Verlauf einer Registrierungs-Aktion in Erfurt“, berichtet sie, „die Menschen stehen Schlange.“

In Leipzig lassen sich an diesem Tage 139 typisieren – eine respektable Zahl. Und vielleicht ist einer darunter, dessen Zellen Max helfen können. Paula Schwerin jedenfalls setzt weiter alle Hebel in Bewegung: Für den 13. Juni hat sie eine weitere Typisierungs-Aktion in der Sportwissenschaftlichen Fakultät an der Jahnallee organisiert (10 bis 14 Uhr).

Laut Statistik erkrankt weltweit alle 35 Sekunden ein Mensch an dem tückischen Krebs. In Deutschland sind fünf Millionen potenzielle Retter erfasst, in Leipzig knapp 30 000. Noch zu wenig, um Blutkrebs besser bekämpfen zu können. Die DKMS arbeitet daran, das zu ändern.

www.dkms.de

Von Mark Daniel

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