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Lokales Hilfe für das „Haus Lebensweg“
Leipzig Lokales Hilfe für das „Haus Lebensweg“
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11:19 02.12.2016
Polier Marko Becker (links) und Firmenchef Frank Moritz haben an der alten Küchenzeile im „Haus Lebensweg“ gleich Maß genommen, um noch rechtzeitig bis Weihnachten für eine neue Einrichtung sorgen zu können. Quelle: Fotos: André Kempner
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Leipzig.

Die LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ nimmt in Leipzig richtig Fahrt auf. Vergangenen Sonnabend hatten wir über die Nöte mit einer alten Küchenzeile im „Haus Lebensweg“ der Diakonie berichtet. Als Frank Moritz, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Stadtbild-Projekt GmbH, davon in der Zeitung las, bot er sofort seine Hilfe an. Der Bedarf in der Einrichtung in Anger-Crottendorf ist aber so groß, dass noch weitere Spenden benötigt werden und sehr willkommen sind.

In dieser Woche war Moritz bereits im „Haus Lebenswerk“ zu Gast und besichtigte die stark abgenutzten und teils sogar kaputten Möbel. „Da hilft kein Flickwerk mehr. Am besten, wir wechseln die ganze Küchenzeile aus“, lautete sein spontan gefasster Entschluss. Gemeinsam mit Polier Marko Becker sowie der Sozial-Pädagogin Maria Konieczny wurde nun beraten, wie die neue Einrichtung gestaltet werden muss? Heller oder dunkler Farbton? Backofen unten oder oben? „Sie müssen sagen, wie es gebraucht wird. Den Einbau und die Kosten für die Küchenzeile übernehmen wir“, so Moritz.

Da Konieczny die Alltagsprobleme der drei jungen Mütter gut kennt, die sich im Dachgeschoss mit ihren Babys und Kleinkindern eine Küche und das Bad teilen, hatte sie genaue Vorstellungen. Die nach sieben Jahren Gemeinschaftsnutzung abgewirtschaftete Küche soll in Zukunft eine größere Arbeitsplatte erhalten. Statt dem defekten, kleinen Kühlschrank, der zuletzt aus der Zeilen-Front herausragte, ist nun ein Geschirrspüler geplant.

Spüle, Backofen, Herdplatte, Dunstabzugshaube und Mikrowelle – Geschäftsführer Frank Moritz will gleich alle Geräte erneuern. Und nebenan – statt einem offenen Regal für die Lebensmittel – noch einen dünnen Schrank mit herausklappbaren Schubladen aufstellen. „Wenn wir etwas machen, machen wir es gleich richtig“, sagte der 52-Jährige. „Weil es der größte Wunsch der jungen Mütter hier ist, bis Weihnachten eine ordentliche Küche zu haben, schaffen wir das auch bis dahin.“ Schon zuvor hatte er sich mit der Bauabteilung der Diakonie über die Sicherheitsvorschriften in der Einrichtung zum betreuten Wohnen für Jugendliche oder junge Eltern besprochen. Das Objekt in der Martinstraße 17 verfügt über zehn Ein- und Zweiraum-Wohnungen,zudem über die drei Zimmer im Dachgeschoss.

Mit den Bauvorschriften in sozialen Einrichtungen kennt sich Moritz bestens aus. Seine Firmengruppe mit über 60 Mitarbeitern hat in Leipzig schon mehrere Kitas errichtet: so in der Bästleinstraße in Schönefeld (175 Plätze), der Rathenaustraße in Leutzsch (165 Plätze) und der Plovdiver Straße in Grünau (189 Plätze, davon 24 mit heilpädagogischer Betreuungen). Oft arbeitet die Gruppe, die ihren Sitz im Gebäude des Hit-Marktes auf der Alten Messe hat, dabei mit der Dohle-Gruppe zusammen. Nächsten Montag öffnet ein neuer Aldi-Markt in der Georg-Schumann-Straße 363 (am Rathaus Wahren), der auch von Stadtbild stammt. „Wir engagieren uns seit Langem für Kinder – ob Ronald McDonald Haus, Nachwuchsfußball oder den Verein Straßenkinder“, erzählt der mehrfache Vater. Seine Frau Michèle Moritz-Opre lädt in Leipzig seit 2008 immer wieder zu Frisör-Benefiz-Aktionen ein, bei der Haare für den guten Zweck perfekt geschnitten werden.

Das „Haus Lebensweg“ drücken darüber hinaus noch weitere Sorgen, so Leiterin Ricarda Reichel. „Für das Dachgeschoss könnten wir eine wohnliche Sitzecke sehr gut gebrauchen, auch einen großen Kühl- und Gefrierschrank, denn der alte ist zu klein und fast hinüber.“ Eine neue Waschmaschine (im Haus gibt es insgesamt drei) steht ebenso auf dem Wunschzettel wie ein Ersatz für einen defekten Herd in einer Einzelwohnung.

Falls genügend Spenden eintreffen, würde die Diakonie das Geld zudem gern für ein Krabbelpodest samt Rampe im Spiel- und Abenteuerraum für die Jüngsten verwenden, dort den Teppich erneuern und weiteres Beschäftigungsmaterial für die größeren Kinder anschaffen, erläutert Reichel. „Wir würden uns riesig freuen, einiges davon anpacken zu können.“

www.lvz.de/spendenaktion

Von Jens Rometsch

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