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Lokales Leipziger Ex-OBM ist tot – Hinrich Lehmann-Grube mit 84 Jahren gestorben
Leipzig Lokales Leipziger Ex-OBM ist tot – Hinrich Lehmann-Grube mit 84 Jahren gestorben
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17:39 06.08.2017
Hinrich Lehmann-Grube, erster Leipziger Oberbürgermeister nach dem Fall der Mauer, ist am Sonntag mit 84 Jahren gestorben. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Hinrich Lehmann-Grube, erster Leipziger Oberbürgermeister nach dem Fall der Mauer, ist tot. Er erlag am Sonntagmittag auf der Palliativstation des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Leipzig-Connewitz einem Krebsleiden. Das wurde aus Klinik-Kreisen bekannt. Am Nachmittag bestätigte die Stadt den Tod des Ex-OBM, der von 1990 bis 1998 im Amt war, offiziell. Lehmann-Grube wurde 84 Jahre alt. Er hinterlässt Frau, vier Kinder und mehrere Enkelkinder.

Burkhard Jung (SPD) würdigte seinen Vorvorgänger an der Stadtspitze als "unbeschreiblichen Glücksfall" für Leipzig. "Hinrich Lehmann-Grube hob nie den Zeigefinger, sondern er lebte Demokratie vor. Und er war immer bereit, Altbewährtes aus der Alt-Bundesrepublik beiseite zu wischen, wenn ihn in Leipzig jemand mit einer neuen Idee überzeugen konnte. Mit Hinrich Lehmann-Grube verliere ich auch persönlich einen wichtigen Ratgeber und Freund. Meine Gedanken sind bei seiner Familie", so der OBM in einer Mitteilung.

Er empfing die Queen – Bilder von Hinrich Lehmann-Grube:

Acht Jahre lang, von 1990 bis 1998, war er Leipzigs Oberbürgermeister und empfing dabei unter anderem die Queen auf dem Rathausbalkon. Am Sonntag ist Hinrich Lehmann-Grube im Alter von 84 Jahren gestorben. Wir zeigen Bilder aus seinem Leben.

Der langjährige Sozialdemokrat, damals Oberstadtdirektor der Leipziger Partnerstadt Hannover, war kurz nach der Friedlichen Revolution von seiner Partei gebeten worden, sich bei den ersten demokratischen Kommunalwahlen in der DDR im Mai 1990 um einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung und schließlich auch um das Amt des Oberbürgermeisters zu bemühen. Noch vor der Wahl, im April 1990, wurde Lehmann-Grube Bürger der DDR, um deutlich zu machen, dass Leipzig für ihn keine Zwischenstation darstellte.

Am 6. Juni 1990 wählten die Stadtverordneten den gebürtigen Königsberger zum Oberbürgermeister der Messestadt. Dieses Amt hatte er bis zum 30. Juni 1998 inne. Als sein Nachfolger wurde Wolfgang Tiefensee (SPD) gewählt. Damals brach für Lehmann-Grube die Zeit des Ruhestandes an. Der Stadt blieb er treu. Mit seiner Frau Ursula lebte er bis zuletzt in einem Haus nahe der Lutherkirche.

Politiker trauern um "Vorbild"

Auch andere sächsische Politiker zeigten sich am Sonntagnachmittag bestürzt über die Nachricht vom Tod Lehmann-Grubes und lobten seine Verdienste. "Du hattest das Ohr an der Masse, das Herz am richtigen Fleck & warst ein weiser Ratgeber. Wir werden dich vermissen, Hinrich", twitterte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Der Linken-Fraktionschef im Stadtrat Sören Pellmann würdigte Lehmann-Grube als "starker Sozialdemokrat, der viel für Leipzig getan hat".

Der SPD-Fraktionschef im Landtag Dirk Panter bezechnete den 1999 zum Leipziger Ehrenbürger ernannten Politiker als Vorbild. "Er hat Leipzig in einer schwierigen Phase seiner Geschichte mit seiner ruhigen, sachlichen und klugen Art herausragend geführt und die Verwaltung von Grund auf neu aufgebaut." Ohne Lehmann-Grube, so Panter, "wäre Leipzig heute nicht das, was es ist".

Von Dominic Welters / nöß

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