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Lokales „Hinsehen, locker bleiben“: Leipzig startet Kampagne für Fairness im Clara-Zetkin-Park
Leipzig Lokales „Hinsehen, locker bleiben“: Leipzig startet Kampagne für Fairness im Clara-Zetkin-Park
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22:44 17.08.2016
“Unser Park“: Rüdiger Dittmar von der Stadt Leipzig stellt im Clara-Zetkin-Park die Fairnesskampagne vor.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Alle lieben ihn, alle nutzen ihn. Zum Fußballspielen, Radeln, Grillen, Spazierengehen zieht es Leipzig in den Clara-Zetkin-Park. Damit es dabei nicht nur bunt, sondern auch rücksichtsvoll zugeht, startet jetzt die Fairnesskampagne „Unser Park“. Am Mittwoch stellten Akteure aus Politik und Verwaltung, Gastronomie, Umweltverbänden und interessierte Bürger am Hotspot Sachsenbrücke Strategie, Flyer und Plakate vor. Botschaft: Der Park gehört uns allen – kümmern wir uns.

Die belebte Sachsenbrücke bildet auch den Hintergrund für eine Werbetafel der Kampagne. Junge Leute sitzen auf Bordsteinen, ein behelmter Radfahrer winkt in die Kamera. „Achtgeben, hinsehen, locker bleiben!“ appelliert das Plakat. „Bei einer derart intensiven Nutzung geht es nur zusammen“, sagt Rüdiger Dittmar, Leiter des Amts für Stadtgrün und Gewässer.

Vor allem das Müllproblem liegt vielen auf der Seele. Nach einem Wochenende sieht der Park manchmal schlimm aus, so die Stadträte Siegfried Schlegel (Linke) und Claus Müller (SPD). „Man muss Angebote machen“, betonen sie. Die Leute sollen ihren Müll nicht groß durch die Gegend tragen müssen.

Neue Müllcontainer für den Clara-Zetkin-Park Quelle: André Kempner

Karte zeigt Café, WC und Müllcontainer

Auf großformatigen Aufstellern ist der Park nun als Karte abgebildet. Hier finden Gäste nicht nur Ballspielplätze, Cafés, Toiletten oder Grünflächen, die zum Entspannen einladen. Die Karte zeigt auch, wo der nächste Papierkorb oder Müll-Container zu finden ist. Zehn schreiend orange Großbehälter gibt es bereits, und diese würden zweimal pro Woche geleert, so Dittmar. Jetzt kommen drei weitere hinzu, versehen mit dem Kampagnen-Schild „Unser Park bleibt sauber“. Im Herbst werden dann auch die anderen Container mit diesem Slogan aufgepeppt.

Die Orientierungskarten gibt es auch als Flyer, die künftig zum Beispiel bei den Park-Gastronomen ausliegen sollen. So auch bei Eberhard Wiedemann am Musikpavillon. „Es hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan“, sagt der San-Remo-Chef. Die Leute würden ihre Mini-Grills nicht mehr einfach auf der Wiese stehen lassen. Er findet gut, dass die Verwaltung „ohne Paragrafen“, diesen Trend bestärken will. „So ein Juwel wie unseren Park muss man auch pflegen“, sagt er.

Aufsteller für die Leipzig-Kampagne "Unser Park". Quelle: Evelyn ter Vehn

Und weil „Unser Park“ also nicht ohne Gärtner und Stadtreinigung zu denken ist, würdigen Plakate mit freundlichen Gesichtern und Sprüchen wie „Sammeln, leeren, sauber zaubern“ oder „Pflegen, hegen, Unkraut jäten!“ deren Leistung. Dittmar dankte am Mittwoch aber auch allen, die sich seit Jahren ehrenamtlich für das Entwicklungskonzept Clara-Zetkin-Park und Johannapark einsetzen.

Entwicklungskonzept seit 2013 in Arbeit

Seit 2013 arbeitet die Verwaltung gemeinsam mit Stadträten und Bürgern an Regeln für ein freundliches Miteinander im grünen Wohnzimmer Leipzigs. Im vergangenen Jahr wurden die zahlreichen Vorschläge aus Beteiligungsforen ausgewertet, so die Verwaltung. Im April habe man sich erneut mit den Akteuren getroffen, und daraus sei die aktuelle Kampagne unter dem Titel „Miteinander fairbunden“ entstanden.

Dittmar ließ keinen Zweifel, dass der Entwicklungsprozess weitergehen muss. Die Stadträte Schlegel und Müller haben auch schon ein weiteres Thema im Blick: Für Familien und ältere Leute könne der Park noch leichter erreichbar sein. „Vielleicht durch einen Quartierbus“, sagen sie.

Von Evelyn ter Vehn

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