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Hintergrund: Die Geschichte der „Runden Ecke“

Hintergrund: Die Geschichte der „Runden Ecke“

Das Gebäude, in dem sich das Museum in der „Runden Ecke“ heute befindet, wurde 1913 von der Alten Leipziger Feuerversicherung erbaut. Vom April 1945 an nutzte die US-Armee die Räume am Dittrichring, bevor sie kurz darauf in die Verwaltungszuständigkeit der Roten Armee fielen.

Leipzig. Mit der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) am 2. Februar 1950 bezog die Dienststelle und spätere Bezirksverwaltung Leipzig das Gebäude. 

Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter Bürger – als erste in der DDR – die dortige MfS-Bezirksverwaltung. Vorher war bekannt geworden, dass die Staatssicherheit in großem Umfang Akten vernichtete. Noch am selben Abend kontrollierten Bürger während der Montagsdemonstration auch die Leipziger Stasi-Zentrale. In den nächsten Tagen wurden alle Bezirksverwaltungen und viele Kreisdienststellen besetzt. Es bildeten sich Bürgerkomitees, die Strategien für die Sicherung der Akten und die kontrollierte Auflösung der Stasi entwickelten. Sie brachten die Abwicklung des MfS auf den Weg und organisierten eine öffentliche Kontrolle dieses Prozesses, einschließlich der Sicherung der Akten.

Im Frühjahr 1990 konzipierte das Bürgerkomitee Leipzig die DDR-weit erste Ausstellung, welche über die Struktur und Arbeitsweise der Staatssicherheit informierte. Die provisorische Exposition, die nur wenige Monate auf dem Sachsenplatz zu sehen sein sollte, stieß auf hohes Interesse. Täglich kamen bis zu 3000 Besucher.

Daher entschied das Bürgerkomitee die Ausstellung in den Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung dauerhaft zu zeigen. Am 31. August 1990 wurde das Museum eröffnet.

Seit Oktober 1991 beteiligt sich die Gedenkstätte an der Leipziger Veranstaltungsreihe „Herbst ’89 – Aufbruch zur Demokratie“ und seit März 1993 an „Leipzig liest“. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals 1996 wurde der Stasi-Bunker bei Machern, der im Dezember 1989 entdeckt worden war, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Im April 2002 folgte die  ehemalige Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Straße. Begleitend wurde eine Ausstellung zur Todesstrafe in der DDR eröffnet.

Am 19. August 2005 empfing das Bürgerkomitee den 555.555 Besucher im Museum in der „Runden Ecke“. Bis heute hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt. Die millionste Besucherin kam am 1. Oktober 2008.

Ende März 2007 übernahm Tobias Hollitzer die Leitung der Gedenkstätte.

maf

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