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Lokales Hiobsbotschaft für Mieter: Heizkosten steigen durch kalten Winter um 20 Prozent
Leipzig Lokales Hiobsbotschaft für Mieter: Heizkosten steigen durch kalten Winter um 20 Prozent
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19:42 05.04.2013
Der kalte Winter lässt die Heizkosten in die Höhe schnellen. Quelle: dpa

Die Verbraucherzentrale Leipzig geht sogar von noch höheren Kosten für die Mieter aus.

"Die ersten uns vorliegenden Nebenkostenabrechnungen sind gepfeffert", sagte Anke Matejka vom Mieterverein Leipzig. Viele, die in den nächsten Wochen und Monaten ihre Nebenkostenabrechnung vom Vermieter erhalten, sollten sich "warm anziehen", so Matejka, "Über das Gesamtjahr 2012 war es deutlich kälter als 2011."

Zum Mehrverbrauch komme noch hinzu, dass auch die Energiekosten gestiegen seien. "Konkret bei Gas um 5,3 Prozent, bei Heizöl um 8,9 Prozent und bei Fernwärme sogar um neun Prozent", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Er rechnet deshalb für Haushalte mit Ölheizung und Fernwärme mit um 20 Prozent gestiegenen Heizkosten für 2012. "Wer mit Gas heizt, muss mit 15 Prozent mehr Kosten rechnen." Roland Pause, Energieberater der Verbraucherzentrale Leipzig, hält sogar eine Steigerung der Heizkosten von 25 bis 35 Prozent für realistisch. Da 2011 ein vergleichsweise mildes Jahr war und auf dieser Basis die Abschlagszahlungen für das vergangene Jahr berechnet wurden, ist laut Pause mit hohen Rückforderungen zu rechnen.

"Auf eine Familie kommen Kostensteigerungen von 200 Euro und mehr zu", sagt Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Nicht nur, aber gerade für Hartz-IV-Empfänger und Bezieher von Niedriglöhnen bedeute dies eine enorme Belastung. Er forderte die Einführung von Sozialtarifen. Ansonsten werde die Zahl von Energieschuldnern weiter steigen. Im letzten Jahr habe es rund 800.000 Stromsperren bundesweit gegeben.

Auch die Aussichten für 2013 sind nicht rosig. "Sollten wir nicht einen sehr milden Herbst bekommen, klettern die Kosten auch in diesem Jahr weiter", heißt es beim Mieterverein.

Nach Schätzungen von Envia Therm, eine Tochter des ostdeutschen Energieversorgers EnviaM, wird der Wärmeverbrauch im ersten Quartal voraussichtlich um zehn Prozent höher liegen als im Vergleichszeitraum 2012. Allein im März habe der Wärmebedarf um 50 Prozent über dem im März des Vorjahres gelegen. Mit jedem Grad weniger steige die Wärmeabnahme um fünf bis sieben Grad, heißt es weiter bei Envia Therm. Verbrauchsverhalten, Bausubstanz und Leerstand könnten allerdings zu Abweichungen führen.

Verbraucherschützer Pause empfiehlt Mietern, die Nebenkostenabrechnung genau zu prüfen. Für leerstehende Wohnungen, so Pause, muss der Vermieter alle Nebenkosten tragen, er darf diese nicht zusätzlich auf die restlichen Mieter mit verteilen. Zugleich empfiehlt der Energieexperte, Geld für steigende Heizkosten zurückzulegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2013

Andreas Dunte

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