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Lokales Historisches Wahrzeichen: Ritterschlag für den Leipziger Kohlrabizirkus
Leipzig Lokales Historisches Wahrzeichen: Ritterschlag für den Leipziger Kohlrabizirkus
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21:05 09.10.2013
Bau der Kuppelkonstruktion im Jahre 1928. Quelle: Andreas Dunte

13 Titel hat die Kammer bereits verliehen - die 14. Auszeichnung geht in diesen Tagen an den Kohlrabizirkus in Leipzig und wird zum 20-jährigen Bestehen der Ingenieurkammer Sachsen verliehen.

Das unterstreicht den Ruf des Freistaats, das Land der Ingenieure zu sein, meint Andreas Klengel, Geschäftsführer der sächsischen Kammer. Die Großmarkthalle, die von den Leipzigern wegen ihrer "gelungenen Symbiose zwischen Funktion und äußerer Form" nach Fertigstellung den liebevollen Spitznamen Kohlrabizirkus verpasst bekam, verdiene die Auszeichnung zurecht.

Entwickelt wurde die Halle mit ihren auf acht Pfeilern ruhenden achteckigen Kuppeln von den Bauingenieuren Franz Dischinger und Hubert Rüsch sowie dem damaligen Leipziger Stadtbaurat Hubert Ritter. Das Besondere ist die sensationelle Spannweite der hauchdünnen Beton-Dächer von 75 Metern. "Damit übertrafen sie den gerade erst 16 Jahre alten Spannweitenrekord der Breslauer Jahrhunderthalle um zehn Meter", sagt Jürgen Stritzke, der sich jahrelang im Beirat der Bundesingenieurkammer für die Würdigung stark gemacht hat. Die Beton-Kuppelschalen waren in zweierlei Hinsicht von eminenter Bedeutung, erklärt der emeritierte Professor für Massivbrückenbau der TU Dresden. "Mit dem Einsatz von Stahlbeton anstelle von Gusseisen und Stahl wurde den erheblichen Korrosionsproblemen unter den spezifischen Marktbedingungen Rechnung getragen." Außerdem konnte so die Zahl der Stützen drastisch reduziert werden. Aus seiner Sicht steht der Kohlrabizirkus damit "in unmittelbarer Tradition so großartiger Kuppelbauwerke der Vergangenheit wie des römischen Pantheons, der Hagia Sophia in Istanbul, des Doms Santa Maria del Fiore in Florenz und des Petersdoms" in Rom. Gemeinsam mit den Autoren Werner Lorenz und Roland May hat Stritzke das Bauwerk in einer Schriftenreihe gewürdigt. Der Band kann unter ISBN 21947856 oder ISBN 9783941867147 über den Buchhandel oder bei der Bundesingenieurkammer bestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2013

Andreas Dunte

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