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Lokales Hitzige Diskussion zum Leipziger Einheitsdenkmal in der Alten Handelsbörse
Leipzig Lokales Hitzige Diskussion zum Leipziger Einheitsdenkmal in der Alten Handelsbörse
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10:49 09.03.2011
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Leipzig

Auf dem Podium sitzen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und verschiedene Experten. Jung wirbt salbungsvoll für das Denkmal. Etwa 90 Leipziger hören zu. Voll ist der Saal bei weitem nicht.    

Nach dem vielen Schweigen im Publikum platzt es schließlich aus Fred-Detlef Turrak heraus. Der Rentner spricht mit zitternder Stimme und hält ein Plakat vor der Brust. Auf der Vorderseite ist eine Zeichnung seines Vorschlags zur Gestaltung des Denkmals: ein Wasserlauf an der Nordseite des Innenstadtrings, über den am entscheidenden 9. Oktober 1989 rund 70.000 Menschen zogen. Auf der Rückseite klebt noch das Emblem: „Stoppt den Ausverkauf der Stadt!“   

Turrak ist nicht der einzige, der ein eigenes Konzept mitgebracht hat: Der eine will den Schriftzug „Wir sind das Volk“ auf dem Augustusplatz anbringen, der andere will das Geld - 6,5 Millionen Euro werden Bund und Land geben - zunächst in einer Stiftung ansparen. Eine dritte fragt sich, warum es ein stoffliches Denkmal sein müsse, und schlägt einen Preis für Zivilcourage als Denkmal vor. Jung hört sich alle Vorschläge geduldig an und sagt dann: „Der Leuschnerplatz schreit nach Gestaltung und unser Geld ist knapp.“   

Doch damit ist der Oberbürgermeister wohl schneller als seine Bürger. Wenn sie das Denkmal nicht ganz in Frage stellen, streiten sie sich noch immer um den Ort, an dem es 2014 entstehen soll. Mal wird der Augustusplatz favorisiert, mal der brachliegende Leuschnerplatz. Immer gibt es Menschen, die applaudieren. Und immer gibt es Menschen, die ihrem Vorredner „da klar widersprechen“.   

Den Streit um den Ort innerhalb der Leipziger Bürgerschaft kommentiert ein Mann selbstkritisch: „Wir Bürger haben es in zwei Jahren nicht geschafft, die Standortfrage in einem Bürgerentscheid zu klären.“ Also könne der Stadtrat entscheiden. Doch damit will sich Fred-Detlef Turrak, der Mann mit dem Plakat, nicht abfinden. Er ruft: „Wir sind das Volk! Wir!“ Doch das Volk ist geteilt. Aus einer anderen Ecke des Saals sagt ein Mann mit Cord-Hose: „Wir aber auch.“

Björn Siebke, dpa

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