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Lokales Hobby-Meteorologe prognostiziert kühlen Sommer in Leipzig
Leipzig Lokales Hobby-Meteorologe prognostiziert kühlen Sommer in Leipzig
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00:00 10.04.2013
Quelle: dpa

Noack hat mit seinen Wettervergleichen bereits mehrfach richtig gelegen. So hatte der Senior im Dezember 2010 in der LVZ vorhergesagt, dass in Leipzig noch bis in den März Winterwetter herrschen wird - und damit Recht behalten. Im Januar 2011 prophezeite er "einen kühlen Sommer 2011", der ebenfalls eintrat. Und im Februar dieses Jahres prophezeite er einen langen Winter mit Schnee bis Ende März - auch das kam so.

Bei seiner aktuellen Sommer-Prognose hält sich der 76-Jährige an die Definition der deutschen Meteorologen, nach der ein Sommertag erst ab 25,0 Grad Celsius gewertet wird. "Die meisten Sommertage gab es in Leipzig im Jahr 2003 mit 67", liest er aus seinen Statistiken ab. Der wärmste Sommermonat war der Juli 1983, wo von 31 Tagen insgesamt 25 als Sommertage gewertet wurden.

Solche hohen Werte hält der Senior im kommenden Sommer für unwahrscheinlich. Denn in Leipzigs Wetter-Geschichte folgen langen Wintern wie in diesem Jahr meist nur wenige Tage über 25 Grad Celsius. Als Beleg führt Noack das Jahr 1965 an. "Damals lagen am 4. März in Leipzig noch 23 Zentimeter Schnee", sagt er. "In der Folge gab es im April und im Mai in Leipzig keine Sommertage, im Juni nur sechs, im Juli vier und im August sieben. Im September und Oktober gab es gar keine. Der Sommer bestand praktisch nur aus 17 Tagen."

Dass der kommende Sommer ähnlich extrem schlecht wird, ist aber nicht zwangsläufig. Denn Leipzigs Wetterstatistik enthält auch Ausreißer wie das Jahr 1987 zeigte. "Damals lagen in Leipzig am 15. März auch noch 18 Zentimeter Schnee, aber es gab im April immerhin zwei Sommertage, im Juni zwei, im Juli neun, im August fünf und im September drei - das macht 21."

Um fundierte Aussagen über den bevorstehenden Sommer machen zu können, hat Noack den letzten Winter exakt analysiert und dabei festgestellt, dass dieser am ehestens mit dem Winter 1883 vergleichbar ist. "1883 gab es im April relativ kühle Temperaturen, der Mai fiel normal aus und der Juni war deutlich zu warm", so der Senior. Juli und August seien dagegen zu kühl ausgefallen.

Auch die Niederschläge von 1883 zieht der Hobby-Meteorologe für seinen Vergleich heran. Aus seinen historischen Daten geht hervor, dass es vor 130 Jahren im Juli relativ stark regnete und auch im September sowie Oktober stärkere Niederschläge auftraten.

Deshalb hält Noack für dieses Jahr einen ähnlichen Sommerverlauf für möglich. "Ich rechne damit, dass es noch weniger Sommertagen geben wird als in den vergangenen beiden Jahren", meint er. "Von Juni bis September wird es wahrscheinlich insgesamt nur um die 30 Sommertage geben." Auch die Anzahl der sogenannten heißen Tage - also mit Temperaturen ab 30 Grad aufwärts - werde deutlich geringer ausfallen als in normalen Sommern. "Ich rechne mit zwei bis vier Tagen", sagt er. 2011 gab es in Leipzig fünf heiße Tag und 2012 waren es 13 - 1947 dagegen 30.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2013

Andreas Tappert

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