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Lokales Hoch die (katholischen) Tassen! - Werbung für Kirchenneubau in Leipzig
Leipzig Lokales Hoch die (katholischen) Tassen! - Werbung für Kirchenneubau in Leipzig
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23:59 13.12.2013
Jens Kubald mit den Glühweintassen (Original) und (Propsteikirche) auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Quelle: André Kempner

An den Glühweinständen rund um den Markt ist die filigrane Silhouette der Kirche sprichwörtlich in aller Munde. Auf den Trinkbechern befindet sie sich in guter Gesellschaft, wurde von der Leipziger Grafikerin Uta Wolf aufgenommen in die Phalanx der Wahrzeichen Thomaskirche, Nikolaikirche und City-Hochhaus.

Unwillkürlich blickt der Betrachter nach dem letzten herzhaften Schluck auf den Grund der Tasse: Was ist der tiefere Sinn der Kombi aus Glühwein und Kirchenneubau? Könnte dort ein Bibelzitat Aufschluss geben, eine Mahnung versteckt sein - à la "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach"? Oder war der Trinkspruch "Hoch die Tassen" gar schon immer eine Abwandlung des Kirchenlieds "Vom Himmel hoch da komm' ich her"?

Der für den Neubau zuständige Pfarrer der Propsteigemeinde, Gregor Giele, will sich auf solche Gedankenspiele gar nicht erst einlassen. Vielmehr sei das schnöde Geld die Mutter dieser Initiative, sagt er, und verweist auf den Kirchenbauförderverein der Gemeinde. Dort werkelt schon seit Beginn des Jahres Bernd Richter, einfaches Mitglied, an einer guten Idee: Von jeder verkauften Tasse (2,50 Euro) geht ein Euro als Spende an den Förderverein. Bei 10 000 Tassen, die jetzt im Umlauf sind, kommt da, wenn alles gut geht, ein hübsches Sümmchen zusammen. Zugunsten des Kirchenneubaus.

"Man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden", erklärt Richter. Bereits zum 600. Geburtstag der Universität 2009 konnten die Leipziger Becher mit dem Konterfei ihrer Alma Mater Lipsiensis auf dem Weihnachtsmarkt erwerben. Jetzt ist also die Propsteikirche dran. Deren veranschlagte Baukosten in Höhe von 15 Millionen Euro müssen zu einem großen Teil über Spenden finanziert werden.

An einem der Glühweinstände vor dem Alten Rathaus kommt die Aktion gut an. "Ich trinke gern aus dem Becher, auch wenn ich nicht religiös bin", gibt sich ein morgendlicher Besucher tolerant, wobei ein klein wenig Schalk aus seinen Augen blitzt. Der Standbetreiber hat allerdings auch ablehnende Reaktionen erlebt. "Gestern Abend hatte ich einen, der wollte partout nicht aus dem Becher trinken", erzählt er.

Allein der Spendenerlös soll nicht das einzige Ergebnis der Aktion sein. "Wir wollen den Kirchenneubau aus der Mitte unserer Gemeinde heraus der breiten Bevölkerung näherbringen", betont Richter. Und warum nun gerade Tassen auf dem Weihnachtsmarkt? "Des Rätsels Lösung ist doch gar nicht so schwer", findet der engagierte Christ. "Weihnachten ist schließlich auch ein kirchliches Fest", sagt der Initiator mit einer gewissen Süffisanz.

Weitere Informationen zur neuen Propstei­kirche gibt es im Container auf dem Bau­gelände, Martin-Luther-Ring/Nonnenmühlgasse, immer sonnabends und sonntags, jeweils zwischen 14 und 17 Uhr; Spendenkonto des Baufördervereins: Konto-Nr. 1100883238, BLZ 86055592.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013

Stephanie von Aretin

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