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Lokales Hochwasser geht in Leipzig langsam zurück – Badegäste waten durchs Elsterflutbecken
Leipzig Lokales Hochwasser geht in Leipzig langsam zurück – Badegäste waten durchs Elsterflutbecken
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16:18 27.05.2018
Wegen des Hochwasser an der Elster in Leipzig waten Badegäste durch das Elsterflutbecken zum Cospudener See. Wegen des Hochwassers an der Elster mussten Badegäste, die zum Cospudener See wollten, teilweise durch das Elsterflutbecken waten. Quelle: Angelika Oswald
Leipzig

Das Hochwasser aus dem Vogtland hat am Samstag Leipzig erreicht. Betroffen ist die Weiße Elster. Am Messpunkt in Kleindalzig kurz vor der Stadt lag der Pegelstand am späten Vormittag bei 1,81 Metern, gut einen Meter über dem mittleren Wert. Für das Stadtgebiet galt die Alarmstufe eins.

Axel Bobbe, Bereichsleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates, gab aber am Vormittag bereits Entwarnung. „Die Welle hat sich auf dem Weg nach Leipzig abgeflacht“, sagte er. Die Weiße Elster passiere auf der Strecke aus dem Vogtland ausufernde Flächen wie Wiesen und Äcker und werde so gebremst.

Am Nachmittag ging der Pegel der Elster dann langsam zurück. Um 16 Uhr wurde die Alarmstufe eins wieder zurückgenommen, um 19.30 Uhr lag die Wasserhohe am Messepunkt Kleindalzig noch bei 1,72 Metern, Tendenz sinkend.

Nicht vergleichbar mit 2011 und 2013

Weiter südlich hat das Wasser laut Axel Bobbe dagegen in den vergangenen Tagen mit voller Wucht eingetroffen. Gera habe kurz vor der Alarmstufe vier gestanden. Hinzu kommen Regulierungen durch die LTV und die zuvor anhaltende Niedrigwasserphase. Im Bereich Zwenkau und Pegau sei der Wasserstand durch Wehranlagen reguliert worden. „Mit den Situationen von 2011 und 2013 ist die jetzige Lage nicht vergleichbar“, so Bobbe. Damals hatte das Hochwasser Leipzig tagelang in Atem gehalten. Viele Freiwillige beteiligten sich an der Sicherung der Deiche.

Auto fährt ins Wasser der Weißen Elster

In Knauthain wurde am Samstag Wasser der Weißen Elster ins Elsterflutbett umgeleitet. Die Straße Am Stausee steht aus diesem Grund unter Wasser. Ein Autofahrer ist am Morgen kurz nach 7 Uhr von der Situation überrascht worden. Er fuhr mit seinem Wagen ins Wasser und musste von der Freiwilligen Feuerwehr Hartmannsdorf herausgezogen werden. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Wegen des Hochwassers kam es am Elsterflutbecken zu kuriosen Szenen: Viele Badegäste, die vom Lauerschen Weg zum Cospudener See wollten, mussten durch das Hochwasser im Elsterflutbecken waten.

Paddeln verboten

Axel Bobbe rechnet in der Messestadt noch bis zum Samstagabend mit einem erhöhten Wasserstand. Aus diesem Grund bleiben nach einer Allgemeinverfügung des Umweltamtes aus die Bootsverleihe geschlossen. „Das Problem sind nicht die Pegelstände, sondern ist die enorme Fließgeschwindigkeit“, so der Bereichsleiter. Er rät deshalb auch Privatbesitzern von Booten trotz Sonnenschein am Wochenende auf eine Tour zu verzichten.

Schifffahrt gefährdet

Andere Regionen in Sachsen klagen dagegen über anhaltende Trockenheit. Die Meteorologen erwarteten hohen Temperaturen. In der nächsten Woche könnte die Frachtschifffahrt auf der Elbe demnächst ganz zum Stillstand kommen. „Wir haben schon jetzt massive Einschränkungen“, sagte Mandy Hofmann von der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH. Schon seit einiger Zeit fährt die Elbcontainerlinie zwischen Riesa und Hamburg aufgrund von Niedrigwasser nicht mehr. Keine Beeinträchtigungen gibt es hingegen bei der Dampfschifffahrt in Sachsen.

Waldbrandgefahr in Nordsachsen

In Nordsachsen herrscht wegen der sommerlichen Witterung aktuell die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. „Bei dem Wetter ist davon auszugehen, dass die Gefahrenstufe sich noch erhöht und sich auch auf andere Bereiche ausweitet“, sagte Renke Coordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Für Spaziergänger hat das schnell Folgen: Die Behörden können dann den Wald für Besucher sperren oder vorschreiben, dass diese sich ausschließlich auf Waldwegen bewegen. Lagerfeuer, Grillen und weggeworfene Zigaretten sind laut Cordes nach wie vor häufige Ursache für Waldbrände.

Hitzewelle nächste Woche

Der Deutsche Wetterdienst in Leipzig geht für die nächste Zeit in Sachsen erst einmal von hochsommerlichen Temperaturen aus. „Das Wochenende wird recht freundlich mit viel Sonnenschein und örtlichen Gewittern mit Starkregen“, sagte der Meteorologe Sebastian Balders. Mit Gewittern sei vor allem im Osterzgebirge und in der Lausitz zu rechnen. Von Montag an sollen die Temperaturen über 30 Grad Celsius steigen.

Von Matthias Roth/luc

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